VOR: 600sm

Der südliche Teil des Atlantik hat das Feld auseinander gerissen und der Segelwelt einen neuen Rekord beschert. Ericsson 4 hat als erste Einrumpf-Yacht ein Etmal von mehr als 600 Seemeilen geschafft. Das sind unglaubliche 1111 Kilometer in 24 Stunden oder ein Stundenmittel von ca. 46 km/h. (ERICSSON 4 BREAK 600 BARRIER)

Schuld daran war ein Tiefdruckgebiet auf dem südlichen Atlantik, das Windgeschwindigkeiten bis 40 Knoten (8 Windstärken) gleichzeitig aber auch Wellenhöhen bis 8 Meter brachte. Das Tiefdruckgebiet sorgte aber auch für das Zerreißen des Feldes, da es etwas schneller als die Segler zieht und diese somit einer nach dem anderen nach hinten aus der Zone stärkeren Windes herausfallen.

Heute Nachmittag waren die ersten Yachten nur noch ca. 1.000 Seemeilen von Kapstadt entfernt und die ersten werden für Mittags am 2.11. dort erwartet. Die erste Etappe ist damit vermutlich gelaufen und Ericsson 4 könnte gewinnen und sich damit an die Spitze in der Gesamtwertung setzen. Zu hoffen ist nur, daß das Material bei allen durchhält.

VOR: Nach Osten

Nach zwei Tagen parallel zur Küste Brasiliens biegen die Schiffe beim Volvooceanrace jetzt auf den südlichen Atlantik hinaus. Der Wind hat inzwischen auf Nord gedreht, Green Dragon konnte seinen Vorteil bei Fernando de Noronha jedoch nicht nutzen und Puma und Ericsson 4 sind wieder vorbei und vom Feld davon gezogen.

VOR: Trading Winds

Am Wertungstor von Fernando de Noronha vor der Küste Brasiliens hat sich das Feld wieder zusammengeschoben und der Abstand zwischen dem ersten und letzten mehr als halbiert. Für Green Dragon hat sich die Taktik, möglichst weit im Westen des Feldes zu segeln, ausgezahlt und so durchfuhren sie als erste das Tor.

Ursachen für das Zusammenschieben des Feldes gibt es vor allem zwei. Die Schiffe mußten nach dem Wertungstor an die Kreuz gehen, die Geschwindigkeit sinkt dabei im Vergleich zu einem raumeren Kurs und Schiffe, die von hinten kommen, holen dadurch scheinbar auf.

Die zweite Ursache liegt in der Messung der Entfernung zum Ziel in Kapstadt. Hier wird einfach eine Linie angenommen, die die Inseln Fernando de Noronha mit dem Kap der Guten Hoffnung verbindet. Dies ist aber ein Kurs, den die Schiffe nicht Segeln können.

Ähnlich wie auch auf der Nordhalbkugel befinden sich die Schiffe jetzt im Bereich der Passatwinde (im englischen Trading Winds). Auf der Südhalbkugel wehen diese aus Südost, also genau aus der Richtung von Kapstadt. Zudem befindet sich auch im südlichen Atlantik ein permanentes Hoch, wie wir es auf unserer Seite des Äuators als Azorenhoch kennen.

Noch weiter im Süden treffen die Schiffe dann wieder auf beständige Westwinde, die sie raumschots nach Südafrika bringen werden. Die Taktik besteht zur Zeit also darin, möglichst schnell nach Süden zu kommen und möglichst als Erster die Westwinde zu erreichen. Unterschiede in der westlichen Position sind dabei eher taktischer Natur.

Der Kurs führt die Schiffe dabei parallel zur brasilianischen Küste und da sich Green Dragon am weitesten im Süden befindet, führen sie auch weiter das Feld an, der Abstand zu den nächsten drei ist allerdings nicht sehr groß und kann sich durch geringfüge Unterschiede in der Geschwindigkeit auch schnell wieder ändern.

VOR: Das große Würfeln

Das Volvooceanrace ist in die nächste spannende Phase übergegangen, die Schiffe haben die Doldrums erreicht. Die Doldrums oder in deutsch Kalmen heißen wissenschaftlich Innertropische Konvergenzzone und sind eine Region tiefen Luftdrucks nördlich und südlich des Äquators.

Bei den Seglern der vergangenen Jahrunderte war diese Zone extrem gefürchtet, da sie durch sehr geringen Wind, oft auch Flaute geprägt ist. Die Zeit die ein Schiff für die Passage nutzt, war sehr schwer zu kalkulieren und manchmal wurden die Nahrungsmittel knapp. Zudem herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit bei hohen Temperaturen, was die ganze Situation noch unangenehmer macht.

Das Erreichen der Doldrums ist sehr gut an der Entwicklung der Windgeschwindigkeit in den letzten zwei Tagen zu erkennen:

Das Feld hat sich in dieser Zeit sehr zusammengeschoben und es gab auch diverse Verschiebungen bei den Platzierungen. Schiffe, die vor kurzem noch ganz weit weg waren (Telefonica Black), mischen jetzt wieder vorne mit. Es scheint im Bereich der Kapverdischen Inseln fast zu einem Neustart gekommen zu sein.

Als größter Gewinner steht derzeit Green Dragon da, die die Führung übernommen haben und in den letzten Stunden auch sicher behaupteten. Bei Green Dragon ging die Taktik, möglichst weit nach West zu fahren, bisher auf.

Interessant sind allerdings auch die Kurse von Puma und Ericsson 4, die im Gegensatz zu den anderen Schiffen derzeit einen viel westlicheren Kurs steuern, zudem haben sie mehr Wind und demzufolge auch mehr Speed als der Rest. Scheint fast, als hätten sie ein eigenes Windsystem. (Siehe dazu auch die Datentabellen im Data Center)

Eine Entscheidung ist bisher allerdings noch nicht gefallen, da sich die Grenze der Doldrums entsprechend des Wetterverlaufs ständig ändert. Entscheidend wird sein, wer die Doldrums zuerst verläßt und an der besten Position dafür arbeiten die Besatzungen beständig.

VOR: Puma setzt sich ab

Durch einen Stop von Ericsson 4 an den Kapverdischen Inseln liegt PUMA jetzt allein an der Spitze des Feldes. Ericsson 4 entschied das Teammitglied Tony Mutter auf den Kapverden abzusetzen, da dieser an einer Infektion am Knie litt, die an Bord nicht ausreichend behandelt werden konnte.

Ericsson 4 evacuate crewman

In den letzten 2 Tagen war das Rennen vor allem durch den Zweikampf zwischen Puma und Ericsson 4 geprägt, die sich vor den Kanaren vom Rest etwas absetzen konnten und beim Segeln an den Inseln vorbei ihren Vorsprung immer weiter ausbauten.

Als Verlierer der letzten Tage kann sicher Telefonica Black angesehen werden. Die Crew wählte als einziges Schiff den Weg nördlich an den Kanaren vorbei und verlor dabei Meile um Meile, rutschte auf den letzten Platz und hat inzwischen einen Rückstand von 232 Seemeilen.

VOR: Leg 1 – 14.10.2008

Beim Volvooceanrace ist nach wievor alles offen. An der Spitze des Feldes kämpfen 5 Yachten um die Führung, welche dann auch ab und zu wechselt. Und inzwischen geht es auch mit den klassischen Passatbedingungen voran: 5 bis 6 Bft und Wind aus nördlichen Richtungen.

Der Tag brachte einige interessante Situationen. Denn der Abstand zwischen dem ersten und dem letzten Boot hatte sich auf nur noch 56 Seemeilen verkürzt. Gleichzeitig hatten sich auch zwei Gruppen gebildet, die ersten 5, die mit einem Abstand von wenigen Seemeilen weiter auf See fuhren und die letzten 3 (Delta Lloyd, Russia und Tel. Blue) die zwar mit etwas größerem Abstand zueinander aber alle wesentlich dichter unter der afrikanischen Küste unterwegs waren.

Inzwischen hat sich das Feld aber auf einem größeren Seegebiet verteilt und sucht für sich die besten Bedingungen.

Ein guter Eindruck vom Geschehen kann über den Raceviewer und die Datentabellen gewonnen werden. Hier st auch zu erkennen, daß Geschwindigkeit nicht alles ist. Denn obwohl Puma in den letzten 3 Stunden schneller segelte als Ericsson 4 hat sich der Abstand kaum geändert und Ericsson führt wieder.

VOR: Leg 1 – 13.10.2008

Das Volvooceanrace dauert gerade etwas mehr als zwei Tage, alle Schiffe haben inzwischen den Atlantik erreicht und damit fast 500 Seemeilen zurueck gelegt. Telefonica Blue konnte den Ruderschaden beheben und segelt Meile um Meile auf die Spitze heraus. Ca. 1/4 des Rückstands auf die führende Yacht Ericsson 4 konnte bereits aufgeholt werden, das sind unglaubliche 25 Seemeilen.

Hinter dem Führenden schiebt sich die Spitze allmählich zusammen, die ersten 4 Boote sind nur noch ca. 8 Seemeilen auseinander. Der Rueckstand des vorletzten Delta Lloyd betr’gt allerdings immer noch 52 Seemeilen.

Zur Zeit fahren die Yachten bei nördlichem Wind mit 11 bis 15 Knoten, was ungefähr so aussieht:


picture: Rick Tomlinson / Volvo Ocean Race
Das Bild zeigt PUMAkury nach dem Start yur aktuellen Etappe unter vollen Segeln.

VOR: Reparaturpause bei Telefonica Blue

Telefonica Blue hat jetzt doch beschlossen einen Hafen anzulaufen und den Ruderschaden zu beheben, der kurz nach dem Start offensichtlich wurde. Das Team handelt sich damit neben der allgemeinen Verzögerung auch noch eine Zeitstrafe von 12 Stunden ein.

Für den Skipper der Yacht, Bouwe Bekking ist die Situation sicher in mehrfacher Hinsicht ärgerlich, da er mit seinem Schiff beim letzten Volvooceanrace auch mit einer Reihe technischer Probleme in das Rennen startete und es am Ende sogar aufgeben mußte und das Schiff verlor.

TELEFONICA BLUE SUSPEND RACING

Eines der Ruder war bei Telefonica Blue bereits ca. 20 Seemeilen nach dem Start gebrochen und dies bremste das Schiff aus. (TELEFONICA BLUE SLOWED BY DAMAGE)

VOR: Straße von Gibraltar

Die beiden führenden Schiffe scheinen jetzt die Straße von Gibraltar überwunden und wieder erfolgreich Wind gefunden zu haben. Das Kursdiagramm zeigt bei den Ericssons eine kleine Irrfahrt, eventuell auch geprägt durch ins Mittelmeer einlaufende Strömung.

Die interessanteste Veränderung der Positionen haben Telefonica Black und Puma innerhalb der letzten knapp 4 Stunden mitgemacht. Während der Abstand von Green Dragon nach vorne fast gleich geblieben ist konnten Puma und Telefonica Black ihren um 7 bzw. 9 Seemeilen verkürzen. Die 3 Yachten liegen jetzt fast gleichauf.

Daraus und aus den Ergebnissen des In-Port Races kann abgelesen werden, daß Puma und Telefonica schon jetzt über eine sehr gute Wenig-Wind-Performance verfügen, während die Segler auf Green Dragon wohl noch den richtigen Trimm suchen.

VOR: Start for Leg 1

Gestern Mittag um 13.00 Uhr wurde die erste Etappe des Volvooceanrace in Alicante, Spanien gestartet. Bei harten Bedingungen konnte ein erster Eindruck der Fähigkeiten der Schiffe und Crews gewonnen werden.

Zum Start herrschten ca. 7 Windstärken und der Himmel war bedeckt. Allerdings betrugt die Temperatur noch über 20°C. Schon vom Start ab dominierten Puma und die Ericssons und gingen nach der ersten Tonne in Führung. Puma ging in die erste Nacht aus als führendes Schiff.

Inzwischen sind die ersten Yachten durch die Straße von Gibraltar hindurchgefahren und haben damit den Atlantik erreicht. Auffällig ist, daß hinter der Enge bei Gibraltar ein riesiges Windloch klaffen muß, die beiden führenden Yachten Ericsson 3 und 4 dümpeln mit nur noch 1 Knoten Fahrt vor sich hin.

Auch zwei Stunden später hat sich an dieser Situation nichts geändert. Die Straße von Girbaltar wird dadurch zur taktischen Herausforderung, da der herausgesegelte Vorsprung noch weiter schrumpfen wird.

Auf dem Video des Starts sind die Bedingungen vor Ort sehr gut nachzuvollziehen. Beeindruckend auch die Geschwindigkeiten, die die Schiffe an der Kreuz erreichten: Race Start