Jahreswendwetter

Hier noch eine aktuelle Aufnahme vom Südpazifik, bei derartigem Wetter macht Segeln nur noch den wenigsten wirklich Spaß:

© MICHEL DESJOYEAUX / FONCIA / Vendée Globe

Da waren es nur noch 16

Beim Vendee Globe mußten erneut zwei Segler die Segel streichen und das Rennen verlassen. Die Segler Sebastien Josse und Derek Hatfield brechen das Rennen wegen Problemen am Boot ab. Bei Josse sind es Probleme mit dem Ruder, er wird Neuseeland ansteuern, Hatfield hat zwei gebrochene Salinge und steuert Tasmanien an.

Josse, Hatfield on the long road home, air Aviva fly south

VOR: Team Russia – wie weiter?

Wenn man weit draußen auf dem Meer ist, bekommt man normalerweise nicht besonders viel mit von der Welt. Und wenn der Törn dann irgendwann zu Ende ist, wacht man aus aus einem Traum, fällt zurück in die reale Welt und merkt, was sich alles verändert hat.

So ungefähr muß es den Seglern von Team Russia beim Volvo Ocean Race vorgekommen sein, als sie Singapore erreichten. Der "Chef" sprang ab, eilte nach Hause in die russische Weite und hinterließ die Mitteilung, daß es vorerst nicht weiter geht – auf Grund der Finanzkrise wurde das Geld knapp und damit die weitere Teilnahme ungewiß.

Allerdings wird derzeit an einem Plan B gearbeitet, der zwar bedeutet, daß die Segler nicht um die Welt weiter segeln werden, aber immerhin weiter das Schiff bewegen und zwar zurück nach Kapstadt. Wenn sich neue Finanzmittel auftreiben lassen, besteht dann die Chance ab Rio wieder mit dabei zu sein und etwas Aufmerksamkeit für den dann vielleicht neuen Sponsor zu gewinnen.

CAN TEAM RUSSIA BE RE-BORN?

Flugversuch

Auch fliegen knapp über dem Wasser will gelernt sein. Das mußten die Segler der Hydroptère erkennen, als sie sich beim Training für einen neuen Geschwindigkeitsrekord bei mehr als 60 kn Geschwindigkeit überschlugen.

Auf Spon gibt es ein kurzen Bericht zu dem Ereignis und ein kleines Video über die Fahrt: Trimaran erreicht Rekordtempo und überschlägt sich

VOR: Ankunft Singapore

Nach einem spannenden Finale hat mit Telefonica Blue die erste Yachtdie 3. Etappe des Volvooceanrace beendet und den Hafen von Singapore erreicht:


Dave Kneale/Volvo Ocean Race

Nach dem Wertungsgate bei Palau We konnte die Crew von Ericsson 4 ihren Vorsprung auf über 40 Seemeilen ausbauen, mußte dann aber mit ansehen, wie die Konkurrenz von hinten wieder aufkam und die Führung übernahm.

Halbzeit

Beim Vendee Globe könnte man von einer Halbzeit des Rennens sprechen, da die Segler in etwa die Hälfte der Strecke absolviert haben. Das Feld hat sich dabei von 30 auf nur noch 18 reduziert.

Eine glückliche Wendung hat der verhehrende Unfall von Yann Elies (Yann Eliès suffers a serious injury – 18.12.08) genommen. Bei einer starken Welle war er so unglücklich wieder auf dem Deck gelandet, daß sein Oberschenkel brach.

Unter normalen Bedingungen hätte dies sein Ende bedeuten können, da er völlig bewegungsunfähig geworden war und Hilfe durch andere Segler bei 8 und mehr Windstärken nicht zu leisten war. Gerettet wurde er jedoch durch die australische Marine, deren Fregatte HMAS Arunta ihn nach Fremantle evakuierte.

An der Spitze geht der Kampf mit ungeminderter Intensität weiter. Die Ersten segeln inzwischen südlich von Neuseeland. Michel Desjoyeaux liegt auf Foncia segelnd weiter vor Roland Jourdain (Veolia Environnement) und Sébastien Josse (BT). Der Vorsprung von Desjoyeaux beträgt weiter um 80 bzw. 160 Seemeilen.

Hammer still down halfway, and Elies arrives in Australia

VOR: Palau We

Die meisten Teilnehmer des Volvooceanrace haben das Wertungstor auf Höhe von Palau We nördlich von Sumatra in den letzten Stunden passiert und damit die Andamanensee erreicht und den Indischen Ozean verlassen.

Die Abstände zwischen den ersten Yachten Punkte sind nicht besonders riesig, nur Team Russia und Delta Lloyd hängen etwas zurück. Die Punkte für den Ersten holte sich erneut Ericsson 4, die damit entgegen der Meinung vieler Experten das Rennen doch sehr dominieren und in der Gesamtwertung schon einen deutlichen Vorpsrung haben.

Der Weg bis Singapore weist noch einige Tücken auf und so haben eventuell auch die Anderen noch eine Chance. Der Wind dreht im voraus liegenden Seegebiet deutlich und zudem rücken die Ufer wesentlich näher. Dazu kommt auch noch die potentielle Gefahr eines Piratenangriffs. Die Straße von Malakka hat zumindest in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.

RICH PICKINGS FOR E4

Den schönsten Sonnenuntergang hat jedoch Team Russia beigesteuert:


foto: Sergey Bogdanov/Team Russia/Volvo Ocean Race

VOR – Portimao Global Ocean Race – Vendee Globe

Seit dem Wochenende befinden sich wieder alle Segler bei den 3 Um-die-Welt-Regatten auf dem Wasser. Am Sonnabend startete die 3. Etappe des Volvooceanrace von Cochin nach Singapore und am Sonntag mit einem Tag Verspätung die 2. Etappe des Portimao Global Ocean Race von Kapstadt nach Wellington. Zum verspäteten Start kam es, da für den Sonnabend sehr starker Wind vorhergesagt war und der Start dahe rum einen Tag verschoben wurde.

Die Segler des Portimao Global Ocean Race folgen den Spuren des Vendee Globe durch das Südpolarmeer, allerdings werden sie sich auf Grund der zu passierenden virtuellen Marken etwas weiter nördlich bewegen. Die Taktik ist aber auch hier, den starken Wind zu suchen und das richtige Gleichgewicht aus maximaler Segelfläche und daraus resultierender Geschwindigkeit und den Grenzen des Schiffs zu finden.

Das diese Grenze leicht überschritten werden kann, zeigen die Ereignisse der letzten Tage beim Vendee Globe, wo sich die Anzahl der Teilnehmer auf Grund von Schäden wie verlorenem Rig oder beschädigtem Ruder, massiv verringert hat.

Beim VOR sieht die Taktik dagegen etwas anders aus. Die Fahrt entlang des südlichen Rands des Golf von Bengalen erfolgt auch entlang einer Zone mit wenig Wind, die sich vor der indonesischen Insel Sumatra erstreckt und deren Ausläufer auch den direkten Weg der Segler beeinflußt.

Die Schiffe versuchen dabei den kürzest möglichen Weg zu segeln, aber trotzdem noch brauchbaren Wind in den Segeln zu haben.

Das besondere an der aktuellen Rennsituation ist, daß Telefonica Blue einsam einen direkt östlichen Kurs steuert, während der Rest der Flotte bis zu 100 Meilen weiter im Norden ist. Rein statistisch führt Telefonica Blue damit derzeit das Feld an, es besteht aber die Gefahr, daß sie in der Flaute hängen bleiben und die weiter im Norden fahrenden Yachten vorbei ziehen lassen müssen.

Quiz für neue Regeln

Ab nächstem Jahr gelten die neuen Wettfahrtregeln für Regatten, einiges hat sich bei den Regeln geändert und um sein Wissen auf den aktuellen Stand zu bringen, hat UK Sails eine Reihe von animierten Grafiken als Quiz verpackt: Sailing Rules Quiz – Rules Of Racing

Und noch einer

In der Nacht zu gestern (16.12.) hat es einen weiteren der Favoriten erwischt. Jean-Pierre Dick, der das Rennen in den letzten Tagen anführte, berichtet über Probleme an seiner Ruderanlage. Er ist damit noch nicht aus dem Rennen geschieden, verliert aber den Kontakt zur Spitze, da er einen wesentlich nördlicheren Kurs steuern wird, um ruhigeres Wasser für Reparaturen zu erreichen.

aus: Gutted Golding Out; Driven Desjoyeaux Leads