Glück gehabt

Roland Jourdain ist beim Vendee Globe mit Glück einer Kenterung entgangen. Der aktuell Zweite ist trotz des Verlusts seiner Kielbombe nicht gekentert und überlegt nun, nachdem er seine Segelfläche reduziert hat, zu den Azoren oder doch weiter ins Ziel zu segeln. Warum das Schiff nicht gekentert ist, ist etwas unklar, könnte aber zumindest damit zusammen hängen, daß die Open 60s recht breit sind und dadurch über eine gewisse Formstabilität verfügen.

Bilou, I can’t explain why I didn’t capsize, The Jackal is in waiting

Unterdessen hat Michel Desjoyeaux auf Foncia nur noch gut 800 Seemeilen vor sich. Damit ist der Abstand zum Zweiten größer als der zum Ziel. Seinem Sieg beim Vendee Globe steht also nicht mehr entgegen, außer ….

VOR: Quingdao

Mit dem Überqueren der Ziellinie fast genau um 7.00 GMT (15:00:25Ortszeit)geht für Telefonica Blue die denkwürdige 4. Etappe des Volvooceanrace mit einem Sieg zu Ende. Es wurde noch einmal richtig knapp, denn sowohl PUMA, die zwischenzeitlich fast abgeschrieben waren, als auch Ericsson 3, die mit vermidnerter Kraft segelten, kamen stark auf. Puma kreuzte um 8:17 GMT, Ericsson 4 um 9:04 GMT die Ziellinie.

Auf dem Kurs zurück bleibt das Team von Green Dragon, deren größte Sorge ist, schnell genug Qingdao zu erreichen und nicht noch einmal in eine Sturmfront zu geraten. Zur Zeit liegen noch 284 Seemeilen vor den Seglern. Bei aktueller Geschwindigkeit sind das noch knapp 30 Stunden.

Auf der Strecke bleiben aber auch Ericsson 4 und Delta Lloyd, die das Rennen noch nicht abgebrochen haben, sondern in Taiwan ihre Schiffe reparieren. Und auf der Strecke bleiben auch Telefonica Black, die auf den Philippinen am Schiff basteln sowie Team Russia, die auf Grund finanzieller Probleme garnicht angetreten waren.

TELEFONICA BLUE WINS LEG 4

VOR: Reduktion

Gestern Abend sah es noch so aus, als würden die beiden Ericsson-Boote problemlos mit den harten Bedingungen in der Chinesischen See klarkommen. Über Nacht hat sich dies jedoch gewandelt.

Auf Platz zwei liegend, bemerkte die Crew von Ericsson 3, daß Wasser im Bugbereich eindringt. Der Wassereinbruch konnte vorerst gestoppt werden, die Crew gibt die Etappe aber trotzdem auf und ist auf dem Weg nach Taiwan, um das Ausmaß der Schäden einschätzen zu können.

ERICSSON 3 STANDS DOWN – FOR NOW
mail: AND THEN THERE WERE FIVE

VOR: Puma wieder zurück in der Spitze


Gustav Morin/Ericsson 3/Volvo Ocean Race

Heute Mittag sah es noch so aus, als wäre PUMA komplett abgeschrieben, aber bei der 19.00 Uhr-Position war PUMA gleichauf mit Ericsson 4. Dabei konnte PUMA wohl auch von den Problemen auf Ericsson 4 profitieren.

ERICSSON 4 EMAIL: ‚READY FOR THE FIGHT TO CONTINUE‘

Nr. 10

Mit Rich Wilson hat heute auch der 10. der noch verbliebenen Teilnehmer am Vendee Globe Kap Horn umrundet. Das besondere an Rich Wilson ist wohl sein Alter. Mit 58 Jahren ist er der älteste Teilnehmer. Sein Rückstand auf den Ersten beträgt inzwischen fast 5.200 Seemeilen, sein Vorsprung auf die beiden letzten Yachten aber immerhin auch 1.800 bis 1.900 Seemeilen.

An der Spitze bahnt sich Michel Desjoyeaux inzwischen weiter unbeirrt seinen Weg durch den Atlantik. Nachdem er im Bereich der Doldrums etwas von seinem Vorsprung auf den zweiten Roland Jourdain verloren hatte, führt er inzwischen wieder mit mehr als 500 Seemeilen und befindet sich auf Höhe der Kanaren.

Wenn nichts gravierendes dazwischen kommt, sollte er dieses Vendee Globe als erster beenden können. Seine Distanz bis zum Ziel beträgt nicht einmal mehr 1.800 Seemeilen. Eventuell wird er sogar eher im Zielhafen Les Sables des O’lonne sein als die beiden letzten Segler das Kap Horn erreichen.

Yes He Is, Rich Wilson at Cape Horn

VOR: der harte Weg gegenan

Sailinganarchy hat mit der Rede von einem Ausscheidungsrennen den Kern der derzeit laufenden 4. Etappe beim Volvooceanrace getroffen. Seit Singapore geht es fast nur hoch am Wind gegenan und diesen Belastungen ist das eingesetzte Material anscheinend nur bedingt gewachsen.

Vier Yachten haben größere Probleme gemeldet und zwischenzeitlich suchten sie im Lee der Phlippinen Schutz vor den starken Winden in der Luzon Street. Auch um einige Reparaturen durchzuführen.

Telefonica Black hat inzwischen die Teiletappe aufgegeben und überlegt gemeinsam mit der Landcrew, ob und wie das Schiff für die nächste Etappe fit gemacht werden kann.

Green Dragon hat nach Bruch des Vorstags bei eher wenig Wind noch massive Probleme mit dem Rumpf. Die Schäden im Bugbereich wurden im Schutz der Küste repariert, haben aber nur wenige Stunden gehalten und so segelt die Yacht zwar wieder, kann jetzt jedoch nur hoffen irgendwie heil im Zielhafen Quingdao anzukommen oder einen weiteren Schutzhafen für Reparaturen anzulaufen.

Delta Lloyd und Puma sind nach erfolgten Reparaturen wieder im Rennen, können den anderen aber nur noch hinterher segeln, da die Etappe für den ersten um 13.00 Uhr nur noch 671 Seemeilen lang ist. Ihr Rückstand beträgt noch 99 bzw. 197 Seemeilen. Für Puma ist die Situation besonders ärgerlich, da sie vor dem Bruch des Großbaums das Feld anführten.

Diese massiven Probleme bei der Hälfte der Yachten erstaunen schon etwas, da einige der Schäden bereits bei eher moderaten Bedingungen auftraten. Gleichzeitig zeigt es aber auch, daß die Belastungen bei Segelschiffen auf Amwind-Kursen wesentlich höher sind als auf raumen Kursen, für die die VOR-Yachten vor allem entworfen waren.

Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob sich der aktuelle Rennkurs etablieren kann und ob die jetzt gesammelten Erfahrungen vielleicht auch Veränderungen im Design der Yachten bringen.

THREE STRIKES FOR THE DRAGON

Spratly Islands

Eine knappe Woche sind die Segler beim Volvooceanrace auf der 4. Etappe von Singapore nach Quingdao inzwischen unterwegs und haben jetzt die Inselgruppe der Spratly Islands in der südlichen Chinesischen See erreicht.

Die Spratly Islands haben nur eine Land-Flaeche von 5 Quadratkilometer die sich auf mehr als 100 Inseln und Riffe verteilt. Es gibt auf den Inseln keine Ureinwohner. Auf Grund ihrer Seeflaeche von 400.000 Quadratkilometern, ihrer strategischen Lage und der vermuteten Rohstoffe, ist die Inselgruppe jedoch unter den an die Südchinesische See angrenzenden Staaten umstritten und aufgeteilt.

Spratly Islands (wikipedia)


Quelle: wikipedia bzw. Central Intelligence Agency 1995.

andere interessante Links:

Lighthouses of the Spratly Islands

Bild der Insel Pagasa

9 von 12

…. Seglern haben beim Vendee Globe inzwischen Kap Horn umrundet, der 9. war der Brite Steve White. Auf der pazifischen Seite verblieben sind Rich Wilson, Raphaël Dinelli und Norbert Sedlacek. Während Rich Wilson noch ungefähr 1.500 Seemeilen bis zum Kap hat, sind es bei den anderen beiden noch ca. 3.200 Seemeilen.

Interessant sind auch diese Zahlen insbesondere im Vergleich zu den Führenden. Sedlaceks Rückstand auf Michel Desjoyeaux an der Spitze des Feldes beträgt ca. 6.900 Seemeilen während Desjoyeaux seinerseits aber nur noch ca. 3.300 Meilen vom Ziel entfernt ist.

Steve White a Cape Horner

Wellington

Boris Herrmann und Felix Oehme mit ihrer Yacht Beluga Racer haben gestern Wellington erreicht und damit mit einem knappen Vorsprung auf die Verfolger der chilenischen Desafio Cabo de Hornos die nächste Etappe beim Portimão Global Ocean Race gewonnen.

Vorausgegangen war dem eine spannende Verfolgungsfahrt über 32 Tage, bei der sich die beiden Teams nur wenig auf dem Weg von Kapstadt bis nach Neuseeland geschenkt haben. Die anderen Teams konnten den beiden jedoch nicht folgen und fielen ca. 1.000 Seemeilen zurück.

Die Entwicklung des Rennens ist sehr gut über den Racetracker zu verfolgen, bei dem in einzelnen Schritten die Positionen und Kurse der Yachten zurück geschaltet werden können: Racetracker

Mehr zum Zieleinlauf unter folgendem Link:Beluga Racer and Desafio Cabo de Hornos reach Wellington

Kap Horn – die Vierte

Mit Samantha Davies rundet heute die 4. der Gesamtwertung und die erste Frau des Vendee Globe die berüchtigten Felsen von Kap Horn. Sie profitiert dabei etwas von den Ausfällen anderer Skipper vor ihr, was ihre Leistung aber nicht einschränken soll.

Problem bei den für die Vendee Globe gesegelten IMOCA Open 60 ist nämlich, daß sie so überpowert sind, daß neben einer großen mentalen auch extreme physische Stärke notwendig ist, um diese Yachten dauerhaft schnell zu segeln. Und so verwundert es nicht, daß neben Samantha Davies mit Dee Caffari nur noch eine weitere Frau am Start unter den 30 Männern standen.

Dee Caffari befindet sich zur Zeit auf dem 8. Platz ca. 1.300 Seemeilen hinter Samantha Davis aber noch mehr als 3.500 Seemeilen vor dem letzten des Feldes.

Sam at the Horn