5 für 12 Tausend

Die Königsetappe beim Volvooceanrace hat am Sonnabend begonnen und es dauerte fast 19 Stunden, ehe auch wirklich alle 5 verbliebenen Yachten auf dem Kurs und bereit waren, die 12.300 Seemeilen nach Rio de Janeiro zurück zu legen.

Für Telefonica Blue war das Rennen in der Vorstartphase fast vorbei. Nachdem die Yacht aufgelaufen war und durch den Kontakt mit einem Felsen Schäden am Kiel vermutet wurden, war das Rennen kurzzeitig für Telefonica Blue unterbrochen. Die Kontrolle des Schiffes ergab jedoch keine größeren Schäden und so wurde am Sonntag beschlossen, den anderen zu folgen.

BLUE READY TO ROLL

Der Rückstand von Telefonica Blue betrug zu dem Zeitpunkt ca. 180 Seemeilen. Allerdings sollte die verbliebene Strecke zu den Scoring Gates und vor allem zum Ziel genug Zeit lassen, den Rückstand aufzuarbeiten. Derzeit führt Ericsson 4 vor Puma, ein gewohntes Bild also.

Favoritensterben

Diese Vendee Globe wird wohl als die mit den meisten Ausfällen noch lange im Gedächtnis bleiben. Mit Marc Guillemot meldet ein weiterer Segler Probleme mit dem Kiel.

Als Ursache wird eine Kollision mit einem Sea Mammal (irgendein Meeressäuger) am 11. Dezember des letzten Jahres im Bereich der Kerguelen vermutet. Der Kiel hat sich gelockert und ist in der Kielbox nach unten gerutscht, konnte durch Guillemot aber voerst gesichert werden.

Für ihn besonders ärgerlich, da er in den letzten Tagen Samantha Davies überholen konnte und seinen bisher nur virtuellen 3. Platz in einen reellen umwandelte. Virtuell lag er auf dem dritten Platz, da ihm für die Zeit, die er in der Nähe des verletzten Yann Eliès blieb, als sich dieser südlich von Australien das Bein brach, 72 Stunden Bonus angerechnet wurden, während Davies 11 erhielt.

Safran has keel problem

Safran in besseren Tagen:

© Jean-Marie Liot / DPPI / Vendée Globe

Update: Marc Guillemot wird auf Safran weiter segeln. Die Entscheidung wird wohl gefallen sein, da es sowieso der aus Wettersicht günstigste Kurs ist, den er er jetzt steuern muß. Wenn es gut läuft, geht es raumschots heim nach Frankreich.

Safran carries on with no keel

VOR: Quingdao In-Port-Race

Am aktuellen Renngeschehen beim Volvooceanrace nehmen nur noch 4 der ursprünglich 8 Yachten teil. Auf dem Programm stand am Sonnabend eigentlich ein In-Port-Race im chinesichen Olympiarevier von 2008. Das Wetter sorgte dabei aber für einige Verzögerungen.

Nachdem die In-Port-Races am Sonnabend wegen Nebel und wenig Wind (FOGBOUND AND FROZEN) und am Sonntag, wo zwar kein Nebel herrschte, aber immer noch kaum Wind wehte (IN-PORT RACE BLOG – NO SHOW), verschoben wurde, konnte heute endlich gesegelt werden (IN-PORT RACE BLOG: ERICSSON 4 WINS THE DAY). Es wehte wieder ein eher schwacher Wind und sorgte so für Bedingungen, bei denen Manöver mit den VOR Open 70s einige Zeit in Anspruch nehmen, die Taktik lautete also, die Anzahl der Manöver auf das Notwendigste zu beschränken.

Die Punkte holen sich die Teams am Ende in der Reihenfolge ihrer aktuellen Platzierungen, die Abstände zwischen den Yachten wachsen also weiter. Gerade für Green Dragon ist dies Schade, da sie durch ihren 2. Platz im 1. Rennen ihr Potential zeigten.

Pazifik ade für die einen, Endspurt für die anderen

Nun sagt auch der letzte der Teilnehmer am Vendee Globe dem Pazifik ade und rundet Kap Horn, um sich auf den langen Weg nach Norden zu machen: Home and the finish is the key now 

Während Armel Le Cléac’h seinen zweiten Platz wohl sicher nach Hause fahren wird, spitzt sich derzeit der Zweikampf zwischen Samantha Davies und Marc Guillemot um Platz 3 weiter zu. Samantha Davies hat derzeit einen Vorsprung von ca. 180 Seemeilen und auch den kürzeren Weg vor sich.

Guillemot befindet sich aber wesentlich weiter westlich und fährt dadurch in einem anderen Windsystem. Wenn es für ihn gut läuft, kann er den Vorsprung von Samantha Davies durch besseren Wind in den nächsten Tagen aber wieder reduzieren und sie vielleicht sogar überholen.

Aus für Roland Jourdain

Für Roland Jourdain ist die Vendee Globe jetzt doch schon auf den Azoren zu Ende. Nach dem Verlust der Kielbombe vor ein Paar Tagen, segelte er sein Schiff "Veolia Environnement" bisher wie einen Jollenkreuzer. Und dies bei starkem Wind und bis zu 8 Meter hohen Wellen. Was er gebraucht hätte, wäre leichter Wind, der ihn zurück nach Frankreich bringt. Die Vorhersage spricht aber von 50 Knoten Wind und bis zu 10 Meter hohen Wellen.

The end for Roland Jourdain, I won’t push my luck

Damit sind jetzt nur noch 11 von ursprünglich 30 gestarteten Seglern dabei.

VOR: Zwischenstand Qingdao

Das Volvooceanrace macht derzeit Zwischenstop in Quingdao und die angekommenen Segler bereiten sich auf das In-Port-Race am 7. Februar vor. Angekommen sind allerdings bisher nur vier der ursprünglich 8 in Europa gestarteten Yachten.

Um Team Russia ist es nach dem durch die Finanzkrise verursachten Ausscheiden ruhig geworden. Das Schiff soll auf dem Weg nach Rio sein, um eventuell die verbliebenen Etappen mitzufahren. Ausgang offen.

Den Weg nach Rio will wohl auch Delta Lloyd antreten. Allerdings nicht auf eigenem Kiel. Die auf der letzten Etappe aufgetretenen Schäden hinterlassen bei den gerufenen Experten einige Fragezeichen, wie repariert werden kann. Die Schäden sind aber auf jeden Fall so massiv, daß die nächste Etappe nicht mehr rechtzeitig begonnen werden kann und somit das Verschiffen nach Rio und eine Reparatur dort als einzige Alternative erscheinen.

Für die Segler ist diese Entscheidung besonders hart, denn die Etappe von Quingdao nach Rio de Janeiro gilt als die Königsetappe. Auf einer Strecke von ca. 12.300 Seemeilen geht es über den menschenleeren Pazifik entlang der amerikanischen Küste und schließlich um Kap Horn weiter in den Atlantik. Für den Sponsor bleiben aber auf den verbliebenen 5 Etappen und 4 In-Port-Races noch genug Gelegenheiten von seinem Engagement zu profitieren und die Hoffnung auf einen Podiumsplatz in St. Petersburg hat die Crew auch noch nicht aufgegeben. (HEADING FOR RIO EARLY)

Telefonica Black befindet sich nach wie vor in Subic Bay auf den Philippinen. Allerdings wurde das Schiff nach erfolgten Reparaturen am Freitag wieder zu Wasser gelassen, um nach Singapore gesegelt zu werden. Von dort soll es nach abschließenden Reparaturen pünktlich zum Start der 5. Etappe nach Quingdao gehen. TELEFONICA BLACK ON THE MOVE

Die Jungs von Ericsson 3 sind dagegen sogar voller Hoffnung auf eigenem Kiel Quingdao zu erreichen und somit sogar noch die vier Punkte für den 5. Platz einzustreichen. Die Ericsson 3 soll vom Hafen Keelung in Nord-Taiwan in einen anderen Hafen verlegt werden und nach abschließenden Reparaturen nach Quingdao segeln. Am In-Port-Race kann dadurch zwar nicht teilgenommen werden, aber die 5. Etappe mit den vielen Möglichkeiten, Punkte zu sammeln, scheint erreichbar. ERICSSON 3’S RACE AGAINST TIME

It's over

… für Michel Desjoyeaux zumindest, der Gestern in Les Sables d’Olonne einlief und damit das Vendee Globe für sich entschied. Für ihn war es der zweite Sieg (Historic second Vendee Globe victory for Desjoyeaux)beim Vendee Globe und er benötigt für die Strecke von gut 28.000 Seemeilen nur 84 Tage, Jule Verne wäre neidisch. The words of the winner.

Am Beispiel von Desjoyeaux ist auch zu sehen, daß eine frühe Führung bei einem derartig langen Rennen kein Garant für einen Sieg ist (bzw. großer Rückstand diese nicht verhindert). Auf Grund von Problemen in der Stratphase gehörte er zu den Seglern, die noch einmal in den Starthafen zurück segelten und erst verspätet in das eigentliche Rennen starten konnten.

Der Vorsprung des Ersten auf Desjoyeaux betrug damals aber auch "nur" 670 Seemeilen und einige der Favoriten, die vor Desjoyeaux lagen, mußten im weiteren Verlauf die Segel streichen. Wie das Vendee Globe aus Sicht von Desjoyeauxwird abgelaufen ist, wird hier noch einmal zusammengefasst: Desjoyeaux’s extraordinary voyage

Für die Verbliebenen geht das Rennen aber noch einige Zeit weiter. Der Kampf um Platz Zwei zwischen Roland Jourdain und Armel Le Cléch spitzt sich zu. Ihr Abstand beträgt nur noch gut 200 Seemeilen und durch den Verlust der Kielbombe ist Jourdains Schiff sehr geschwächt und dementsprechend langsam, ein Zwischenstop auf den Azoren ist angepeilt.

Auch zwischen Samantha Davies und Marc Guillemont ist im Kampf um Platz Vier noch nicht alles entschieden. Sie sind auch nur durch eine Strecke von ca. 100 Seemeilen getrennt, bei einer Strecke bis zum Ziel von ca. 2.000 Seemeilen. Allerdings hatte Guillemont in den letzten Tagen leicht verloren und Samantha Davies ihre Platzierung gesichert.

Und für die beiden letzten wird es noch eine wesentlich längere Reise. Dinelli und Sedlacek sind jetzt im Bereich von Kap Horn und vor ihnen liegen noch ca. 6.000 Seemeilen. Allerdings liegt Sedlacek inzwischen einsam am Ende des Feldes mit fast 300 Seemeilen Rückstand und er kämpft weiter mit seinem sich auflösenden Schiff.