VOR: Ericsson 3 gewinnt in Rio

ERICSSON 3 WINS LEG 5


Dave Kneale / Volvo Ocean Race
Ericsson 3 approaches the finish line in Rio de Janeiro at the end of an epic 41 days of sailing in Leg 5.

Die Grundlage für den Sieg wurde bereits von 3 Wochen gelegt, als Ericsson 3 eine mutige Entscheidung traf und vom Feld weg wendete. Vor zwei Wochen hatte Ericsson 3 dann die Führung sicher übernommen und es konnte nur noch wenig auf dem Weg nach Rio schief gehen. Glückwunsch

Ende

Mit Norbert Sedlacek hat heute auch der letzte der noch verbliebenen Segler des Vendee Globe den Hafen von Le Sables erreicht und damit das Rennen beendet. Er benötigte für die Strecke 126 Tage, was für ihn aber wohl wichtiger war: er hat die Welt noch einmal umrundet. Denn noch viel mehr als bei den anderen Teilnehmern, scheint es bei Sedlacek nicht um das Gewinnen, sondern um das dabei sein zu gehen und die mit einer Non-Stop-Umrundung der Erde einhergehenden Erlebnisse.

In einem längeren Artikel wird sein Weg bis ins Ziel noch einmal beschrieben: Sedlacek: The Terminator, closes the Vendee Globe

Lohn des Muts

Vor einer Woche wagte das Team von Ericsson 3 eine mutige Entscheidung (VOR: Auf der Suche nach dem richtigen Wind) und wandte sich ab vom übrigen Feld, steuerte einen Weg, der auf den ersten Blick absurd aussah, und fiel in der Gesamtwertung daraufhin weit zurück.

Die gute Nase (oder das Vertrauen in den Wetterrouter) verschaffte den Nordmännern jedoch den entscheidenden Vorteil innerhalb der Wettersysteme und so übernahm Ericsson 3 vor ein Paar Tagen die Führung im Feld, die sie auch beim Durchfahren des 2. Icegates sicher behaupteten. Ab jetzt geht es auf direktem Weg zum berüchtigten Kap Horn und so wie die Vorhersage derzeit lautet, wird es seinem Ruf Ehre bereiten und die Segler ordentlich durchblasen.

Bei Kap Horn gibt es erneut Punkte zu gewinnen. Wenn es keine Verschiebungen zwischen den Schiffen bis zum Kap mehr gibt, wird Puma an Telefonica Blue und Ericsson 3 an Green Dragon vorbei ziehen.

Viel entscheidender als die Punkte am Kap einzustreichen, ist jedoch die gute Ausgangsposition für das letzte Teilstück dieser Etappe. Denn wer am Kap zu seinem Gegner einen ordentlichen Vorsprung hat, wird diesen bei normalem Rennverlauf auch bis ins Ziel von Rio halten können.

CLEARED FOR TAKE-OFF

VOR: Auf der Suche nach dem richtigen Wind

Die knappe erste Hälfte der Rio-Etappe beim Volvooceanrace war eher als langweilig zu bezeichnen, da alle mehr oder weniger die gleiche Taktik anwandten – möglichst schnell nach Süden zum Scoring Gate – und somit in fast geschlossener Formation fuhren.

Nach dem Einstreichen der Punkte, hat sich dies jedoch grundlegend geändert. Zuerst war es Ericsson 3, die weg vom Feld wendeten und jetzt versucht jede Yacht einen etwas anderen Weg, um dem Hoch im Süden zu entgehen und den Wind vom weiter westlich liegenden, sich aber abschwächenden Wirbel mitzunehmen.

Der Navigator von Ericsson 3 erklärt heute auf volvooceanrace.org, wie es bei Ericsson 3 zu der Entscheidung kam: MAGDAHL: ‚MY SPLIT DECISION‘

VOR: Wechselspiele

Die 5. Etappe beim Volvooceanrace läuft inzwischen 2 1/2 Wochen und die Segler sind bis auf die südliche Hemisphäre vorgedrungen. Die letzten Tage waren von geringem Wind und häufigen Führungswechseln geprägt, die vor allem in der sogenannten Westgruppe mit Puma und den Ericssons stattfanden.

Damit dürfte jetzt allerdings Schluß sein, die Yachten haben die Ostküste Neuseelands fast erreicht und kommen damit in eine Region, in der die Winde wieder stärker wehen und vor allem bald wieder mehr aus West bis Südwest kommen, auch der Southern Ocean mit den Roaring Forties ist jetzt nicht mehr weit.