VOR: Puma siegt in Galway

Wie Sympathie für einen bestimmten Sportler oder für bestimmte Mannschaften oder Yachten entsteht, ist mir nach wie vor ein Rätsel geblieben. Beim aktuellen Volvooceanrace ist es aber PUMA, denen meine Sympathie gilt und so freut es mich umso mehr, dass die Jungs nach dem zweiten Platz auf der Etappe nach Galway nun einen weiteren Erfolg verbuchen konnten, indem sie das In-Port-Race in Galway für sich entschieden.

Der Kampf um Platz Zwei der Gesamtwertung bleibt damit weiter überaus spannend, da PUMA den Rückstand auf den aktuell Zweiten Telefonica Blue auf 1 Punkt reduziert hat.

PUMA SWEEPS TO PRO-AM GLORY

Windjammersegeln

Die Großsegler stellten die letzte Evolutionsstufe der Frachtensegler ohne eigenen Antrieb dar. Obwohl die Schiffe schon einige Erleichterungen für die Besatzung boten wie zum Beispiel mechanische Winden für die Brassen (siehe wikipedia: Rahsegel), war das Leben an Bord immer noch überaus hart und gefährlich und in keinem Fall zu vergleichen, was heute auf modernen Großseglern erlebt werden kann:

"Ich bekam eine Koje an der eisernen Bordwand zugewiesen, was – wie ich später feststellte – nicht gerade ein Vorteil war: War es warm, lief Kondenswasser die Schweißnähte herunter, und in der Kälte bildeten sich daran Eiszapfen."


Großsegler "Priwall" : Die Masten des mächtigen Schiffes waren 56 Meter hoch. Wer da hoch kletterte, musste seine Angst und seinen Instinkt überwinden. Ein Sicherungsseil gab es nicht, dafür Matrosen, die Neulinge mit Ohrfeigen und Gebrüll hinauftrieben.

aus Kapitäne erzählen – Auf Kollisionskurs nach Kap Hoorn (spiegel einestages: Auszüge aus dem Buch von Stefan Krücken: "Sturmkap – Um Kap Hoorn und durch den Krieg – die unglaubliche Reise von Kapitän Jürgens".)

VOR: Welcome to Galway

Eine Atlantiküberquerung dauert für Segelschiffe gewöhnlich 14 Tage oder 3 Wochen. Daß es auch wesentlich schneller gehen kann, zeigte Ericsson 4, die heute morgen nach gut einer Woche die Ziellinie in Galway überquerten.


foto: Guy Salter/Ericsson 4/Volvo Ocean Race

Zweiter wurde Puma, die damit vor allem den Rückstand auf Telefonica Blue (4. in Galway) wieder reduzieren konnte und Dritter wurde Green Dragon. Puma, Green Dragon und Telefonica Blue lieferten sich dabei bis zum Ende ein hartes Rennen und waren jeweils nur ca. 3 Seemeilen voneinander entfernt.

Das In-Port-Race in Galway startet am nächsten Sonnabend (GALWAY IN-PORT RACE) und die nächste Etappe nach Marstrand bei Göteborg am 6. Juni (LEG 8 – GALWAY TO MARSTRAND).

Mit nur 950 Seemeilen ist diese Etappe überaus kurz und die Ankunft wird bereits am 10. Juni erwartet. Es folgen allerdings noch zwei weitere Etappen durch die Ostsee und ein In-Port-Race, so daß noch einige Punkte vergeben werden und für etwas Spannung gesorgt ist.

Kleine Antillen, Große Antillen

Während sich die Segler beim Volvooceanrace derzeit auf den Start zur 7. Etappe von Bosten über den Atlantik bis nach Galway vorbereiten, fahren die Segler des Portimao Global Ocean Race entlang der Kleinen und Großen Antillen und nähern sich langsam ihrem Zielhafen Charleston.


Screenshot des Racetracker

Der Begriff langsam ist allerdings auch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, denn mit Geschwindigkeiten jenseits der 10-Knoten-Marke sind die Segler mit einer für Schiffe dieser Größe hohen Geschwindigkeit unterwegs. Klassische Fahrtensegler müssen sich da eher mit Werten um 6 bis 8 Knoten zufriedenstellen.

Das Rennen führen übrigens mal wieder Boris Herrmann und Felix Oehme auf ihrer Beluga Racer an. Der Vorsprung auf den Zweiten ist inzwischen auch auf ca. 160 Seemeilen angewachsen und es macht nicht den Eindruck, als ob sich daran noch etwas gravierend ändern wird.

VOR: In-Port-Race und Neuerungen

Am Wochenende fanden in Boston die In-Port-Races statt, bei denen die Schiffe auf schwierige Bedingungen trafen. Der Wind drehte bis 40° und schwankte zwischen 5 und 12 Knoten, dazu kam im zweiten Rennen dicker Nebel. Am Ende gewann Telefonica Blue den ersten Platz in beiden Rennen und zeigte so seine Dominanz bei leichten Winden, Ericsson 4 wurde Zweiter verlor nur wenig auf Blue, Verlierer des Tages ist aber wohl PUMA, die durch einen Frühstart im zweiten Rennen alle Chancen vergaben.

PLAY OF THE DAY: TRIGGER HAPPY / FURIOUS ACTION IN BOSTON

Gleichzeitig wurden auch weitere Neuerungen für die nächste Ausgabe des VOR bekannt gegeben. Nachdem erste Neuerungen bereits in Rio vor einem Monat genannt und am Donnerstag Alicante als neue Basis benannt wurde, kamen jetzt Änderungen für die soganennten Stopover-Tage hinzu.

Die Action auf dem Wasser soll an den Tagen zwischen den Etappen mehr zusammengefaßt und dadurch die Pause an Land verkürzt werden. Hierzu sollen in Zukunft In-Port-Races und Start der nächsten Etappe auf ein Wochenende gelegt werden. Dadurch wird eine Woche eingespart und die Crews haben wenig Zeit zum feiern für die Sieger und auch weniger Zeit für die Vorbereitungen zum nächsten Start.

NEW STOPOVER FORMAT FOR 2011-12