Herausforderung in Logistik

Da waren es nur noch 3 …

Vor zwei Tagen hat PUMA Ocean Racing auf dem Südatlantik seinen Mast verloren und das Feld beim Volvo Ocean Race auf nur noch 3 Yachten reduziert. Um wieder am Rennen teilnehmen zu können, steht dem Team eine größere logistische Herausforderung bevor. Teil eins wurde schon mal gemeistert, es wurde ein Frachter gefunden, von dem einige Liter Diesel gebunkert werden konnten.

Die nächsten Aufgaben sind aber wohl noch etwas schwieriger: Von Kapstadt aus ist ein Frachter unterwegs, der bei Tristan da Cunha (http://de.wikipedia.org/wiki/Tristan_da_Cunha) PUMA an Deck nehmen und weiter nach Kapstadt bringen soll. Der Hafen kann dabei wohl nicht genutzt werden, da er zu flach ist. Die Aufnahme wird also auf offener See erfolgen müssen. Bei ungünstigen Wetterbedinungen kann das gerne auch mal länger dauern …

Parallel dazu muss noch der Ersatzmast aus den USA nach Südafrika verschifft (in diesem Fall müsste es vielleicht verflogen heißen) werden und vor allem muss die Ursache für das Versagen des Mastes gefunden werden. Wenn es ein strukturelles oder konstruktives Problem des Mastes ist, steht PUMA vor einer größeren Herausforderung.

Für mich wäre eine generelle Ursachensuche für das Ausscheiden von bisher 50% des Feldes interessant. Ist es wirklich eine unglückliche Aneinanderreihung von Zufällen oder steckt mehr dahinter, sind die Grenzen der Materialbelastbarkeit so weit erreicht, dass kleinste Fehler große Ursachen haben.

Bei all der Euphorie die durch das Segeln mit hohen Geschwindigkeiten entsteht, bleibt auch die Frage, ob es mit einer etwas größeren Sicherheit nicht auch noch überaus spannend wäre. Die seglerische und auch körperliche Leistung der Segler tritt bei technischen Fehlern immer in den Hintergrund.

Neben den Informationen von der volvooceanrace.com-Seite war auch der Bericht bei den Segelreportern sehr gut geschrieben:

Volvo Ocean Race: Die Logistik. Wie Puma ohne Rigg nach Kapstadt kommt Diesel statt Truthahn
http://segelreporter.com/blog/2011/11/23/volvo-ocean-race-die-logistik-wie-puma-ohne-rigg-nach-kapstadt-kommt/

Zur Mastproblematik gab es bei den SR auch noch einen Bericht zu einem Telefoninterview mit dem Konstrukteur des Mastes von Abu Dhabi Racing:

Volvo Ocean Race: Abu Dhabi Strukturspezialist Thomas Hahn nennt die Gründe für den Mastbruch „Verkettung unglücklicher Umstände“
http://segelreporter.com/blog/2011/11/21/volvo-ocean-race-abu-dhabi-strukturspezialist-thomas-hahn-nennt-die-gruende-fuer-den-mastbruch/

VOR Halbzeit 1. Etappe

Es war eine spannende erste Halbzeit bei der ersten Etappe des Volvooceanraces. Aber der Mut von Groupama, einen anderen Kurs als der Rest des Feldes zu steuern, hat sich nicht bezahlt gemacht. Nachdem es einige Zeit sehr gut für Franck Cammas und sein Team aussah, parkten sie vor den Kapverden für ein Paar Stunden komplett ab und mussten zusehen, wie die anderen vorbei dampften.

Jetzt haben alle Teams die Insel Fernando de Noronha vor der brasilianischen Küste erreicht und steuern anschließend über den Südatlantik Richtung Südafrika. Die Abstände zwischen den Schiffen können sich vielleicht noch verschieben, eine Überraschung wird aber wohl ausbleiben. Und so bleibt es nur an der Spitze spannend, wo Puma und Telefonica quasi in Sichtweite fahren und es noch nicht klar ist, wer das Ziel als Erster erreichen wird.

Bleibt die Frage, war es Mut von Franck Cammas zum Beginn der Etappe und auch im Atlantik einen Kurs abseits der Konkurrenz zu wählen oder eine Verzweiflungstat, weil Groupama den Eindruck hat, der Konkurrenz im direkten Vergleich nicht standhalten zu können?

Den Etappenverlauf kann man gut an Hand der Screenshots vom Racetracker nachvollziehen, der Abstand der einzelnen Aufnahmen beträt ca. 12 Stunden.

über: VOR Racetracker
http://www.volvooceanrace.com/en/racetracker/rdc.html

VOR: Update

Es scheint fast, als könnte sich die Taktik von Groupama bezahlt machen, an der Westküste Afrikas entlang zu kreuzen, statt den Weg raus auf den Atlantik zu wählen. Aktuell beträgt der Vorsprung über 200 sm und vor allem die die Geschwindigkeit höher als bei der Konkurrenz und auch die Wettervorhersage sieht für Groupama nicht zu schlecht aus.

Zwischenzeitlich ist das Feld auch wieder auf 5 Yachten gewachsen. Abu Dhabi Ocean Racing hat den neuen Mast gestellt und arbeitet sich in Richtung Gibraltar vor. Team Sanya wird dagegen die 1. Etappe ausfallen lassen und erst in Südafrika wieder zum Feld stoßen.

über: VOR Racetracker
http://www.volvooceanrace.com/en/racetracker/rdc.html

Zwei weniger

Das war wohl nicht der perfekte Start, denn beim VOR sind nur noch 4 Yachten unterwegs. Bei Abu Dhabi Ocean Racing brach der Mast, während bei Team Sanya ein Schaden am Rumpf dazu führte, daß der nächstgelegene Hafen angelaufen wurde. Mal sehen, ob und wann das Feld wieder komplett ist.

Die verbliebenen Teams sind inzwischen in der Nähe der Straße von Gibraltar und werden bald auf den Atlantik kommen.

über
Fleet battered by elements in brutal first 24 hours

Es geht los

Das VOR 2011/2012 ist heute im Mittelmeer gestartet worden. Nur 6 Teams haben die Energie (und vor allem Mittel) aufgebracht für dieses Event. Damit fällt es weit hinter die letzten Rennen zurück, aber nach dem sehr spannenden „Illbruck-Rennen“ und dem Nachfolger von 2005/06 bei dem ABN AMRO ONE glorreich gewann, schien die Luft sowieso etwas raus.

über: Auf dem langen Weg nach Süden

Admirality 30

Die JS9000 war vor Jahren einer der heißesten Entwüfe eines kleinen offenen Kielbootes, mit wenig Platz, dafür aber guten Segeleigenschaften. Richtig in Fahrt kam das Projekt aber nie, jetzt gibt es eine verbesserte Neuauflage.

Die Segelreporter fassen die Geschichte des Projekts kurz zusammen und zeigen auch ein Video der Admirality 30.

Schnell, schmal und scharf (http://segelreporter.com/blog/2011/10/31/bootsbau-video-torvar-mirsky-testet-daysailer-admirality-30/)

Ich habe vor Jahren auch mal eine JS9000 beim Potsdamer Yachtclub am Wannsee gesehen, liegt die da noch?