Die WELT über die Extreme-40 Regatta vor Sizilien

>>In der Extreme-40-Klasse ist der Name Programm, die Yachten sind leicht und minimalistisch wie Formel-Autos. Zwischen den Rümpfen findet die Crew nur ein grobmaschiges Netztrampolin vor, und die Seile, mit denen die Segel bedient werden, bestehen aus Kunststofffasern, die auch in der Panzerung von Kampfhubschraubern vorkommen. Wenn hier etwas reißt, gibt es Verletzte. Wenn die Schiffe kentern, krallt sich die vierköpfige Crew (plus ein Gast) ans Trampolin oder stürzt sechs Meter in die Tiefe. Wer Glück hat, trifft auf Wasser und nicht auf Karbon. Ab Windstärke 3 tragen alle an Bord Helme.<<

WELT MOBIL
http://m.welt.de/article.do?id=%252Fprint%252Fwams%252Fmotor%252Farticle13649656%252FIst-das-noch-richtiger-Sport.html

Kats zum Americas Cup?

Viele gehen davon aus, daß es für den nächsten Americas-Cup Beschlossene Sache (ist, daß): 72 Fuß Kats mit Flügelrigg 2014 kommen. Aber ähnlich wie in der WELT von Tatjana Pokorny (Auf und davon) zusammengetragen, halte ich auch nicht besonders viel von der Idee.

Für spannende Rennen, bei denen es mehr auf das sportliche Können als auf den Geldbeutel ankommt, waren schon immer eher langsame und wendige Schiffe von Vorteil. Denn zum einen führen Schiffe, die bei der Wende ähnlich abparken wie ein Katamaran dazu, daß man sich einfach für eine Seite entscheidet und keine taktischen Spielchen betreibt. Zum anderen entstehen bei kleinen Fehlern bei einer von beiden Crews fast uneinholbare Abstände.

Das heißt für mich eigentlich, daß ein Kat oder etwas vergleichbares absolut ungeeignet für Match-Race-Segeln ist, auch wenn er spektakulär schnell scheint.

Was beim nächsten Cup gesegelt werden soll und, werden wir am Montag erfahren, ob das neue Konzept den Cup voranbringt, wissen wir aber wohl erst in ein Paar Jahren.

In 80?


(Flyby of Groupama 3 – 19/03/2010 – © Yvan Zedda / Marine Nationale
Flyby of the maxi trimaran Groupama 3 to the NE of the Azores aboard a
Falcon 50 fleet 24F from the Naval Air Base of Lann-Bihoué) – Quelle: Cammas Groupama

Jule Verne wäre vielleicht neidisch auf die neue Rekordzeit für die Umrundung der Welt auf einem segelgetriebenen Fahrzeug, die Franck Cammas mit seiner Crew auf seinem Trimaran Groupama 3 ersegelte.

Nach nur 48 Tagen, sieben Stunden, 44 Minuten und 52 Sekunden erreichten sie die Ziellinie bei der Insel Ouessant in Frankreich. Erstaunlich auch die Durchschnittsgeschwindigkeit, mit der die Groupama unterwegs war. 18,76 Knoten (ca. 35 km/h) erreichen nicht einmal alle Frachter, die auf den Weltmeeren unterwegs sind und der Rekord der Motoryachten bei Weltumrundungen liegt weit unterhalb dieser Marke.

Frank Cammas bricht Weltumrundungs-Rekord / Groupama 3 umsegelt die Welt mit Fabelrekord

Es geht nicht ums Segeln

Schon lange ist klar, daß es beim Americas Cup im Allgemeinen und bei der aktuellen Ausgabe im Besonderen nicht mehr ums Segeln geht. So verwundert es auch nicht, daß 2 Wochen vor dem Start zu den ersten Rennen erneut Klage eingereicht wurde (America’s Cup: rechtliche Streitereien und schöne Bilder). Verwunderlich ist vielmehr, welche Geschwindigkeiten die Gefährte auch bei noch so geringem Wind erreichen können:


Quelle des Bildes, BMOR: From the back of the boat