Americas Cup: Matchrace ist tot

Ich kann Ben Ainslie nur zustimmen, wenn er sagt:

>>Im kommenden Cup wird es kaum noch um Matchrace-Duelle gehen sondern um die Konstruktion des schnellsten Bootes.<<

Zitat Ainslie aus:
America’s Cup ohne Gegner

Der "neue" Americascup

Seit Vorgestern ist es nun also raus, der neue 34. Americascup soll auf Riesen-Flügelkatamaranen stattfinden, wo ist allerdings noch nicht bekannt.

Zu den neuen Yachten wurde auch ein animiertes Video veröffentlicht:

Die Segelreporter haben in den letzten Tagen öfter über das Thema berichtet und u.a. Jochen Schühmann (Herr Schümann, wird es ein deutsches AC Team geben?) interviewt und ein Fernsehinterview des neuseeländischen Fernsehen mit Grant Dalton gefunden: "Nicht mehr als fünf Herausforderer"

Kats zum Americas Cup?

Viele gehen davon aus, daß es für den nächsten Americas-Cup Beschlossene Sache (ist, daß): 72 Fuß Kats mit Flügelrigg 2014 kommen. Aber ähnlich wie in der WELT von Tatjana Pokorny (Auf und davon) zusammengetragen, halte ich auch nicht besonders viel von der Idee.

Für spannende Rennen, bei denen es mehr auf das sportliche Können als auf den Geldbeutel ankommt, waren schon immer eher langsame und wendige Schiffe von Vorteil. Denn zum einen führen Schiffe, die bei der Wende ähnlich abparken wie ein Katamaran dazu, daß man sich einfach für eine Seite entscheidet und keine taktischen Spielchen betreibt. Zum anderen entstehen bei kleinen Fehlern bei einer von beiden Crews fast uneinholbare Abstände.

Das heißt für mich eigentlich, daß ein Kat oder etwas vergleichbares absolut ungeeignet für Match-Race-Segeln ist, auch wenn er spektakulär schnell scheint.

Was beim nächsten Cup gesegelt werden soll und, werden wir am Montag erfahren, ob das neue Konzept den Cup voranbringt, wissen wir aber wohl erst in ein Paar Jahren.

Rechteentzug

>>Noch nie wurden dem Defender so viele Rechte genommen wie bei diesem America’s Cup. Wir haben uns gegen die verschiedenen Entscheidungen des Gerichts immer wieder gewehrt, aber es ist nun einmal ein America’s Cup und nicht ein Europa Cup.<<

Ernesto Bertarelli im Interview mit der NZZ zum letzten Americas Cup: Alinghi gibt es weiter – nach einer Atempause

2:0

Am Wochenende hat der Trimaran von BMWORACLE den Katamaran von Alinghi zum zweiten mal geschlagen und damit den 33. Americas Cup vorläufig gewonnen. Sportlich war es nicht besonders spannend, da es nur um reine Geschwindigkeit ging, gerichtlich könnte es noch spannend werden, da noch Klagen offen sind und jederzeit auch irgendwer neu klagen könnte. Was dabei oft nur wenig Beachtung findet, sind die Menschen, die das Projekt am Laufen halten und oft nicht so sehr im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

Die FAZ hat 2 von ihnen interviewt: Was hat dieses Batmobil mit BMW zu tun?

Größte Materialschlacht der Meere

Der Spiegel hat’s ganz gut überschrieben, indem er schrieb: >>Die größte Materialschlacht der Meere steht bevor.<< (aus: America’s Cup – Hightech-Giganten am Limit) Gut finde ich es aber trotzdem nicht, denn immer dann, wenn Geld eigentlich keine Rolle mehr spielt, geht es nicht wirklich um fairen Sport. Die ganze Geschichte erinnert mich stark an das absurde Duell zwischen dem amerikanischen Katamaran und dem neuseeländischen Monohull im Jahre 1988, bei dem der Amerikaner Dennis Conner das legendäre „ungleiche Duell“ für sich entschied.

Ganz so ungleich ist es dieses mal nicht, da beide Teams auf Mehrrümpfer setzen, aber die Schiffe sind weit weniger miteinander zu vergleichen als die "klassischen" Americas-Cup-Yachten und so könnten kleine Unterschiede im Wind ganz große Wirkung zeigen und es wird nicht zwingend das seglerisch bessere Team gewinnen.

Aber darum scheint es ja sowieso nicht zu gehen.

Der Spiegelartikel enthält noch ein Paar nette Bilder, das Hamburger Abendblatt hat auch noch einen netten Artikel (Seeschlacht der Milliardärs-Yachten beim America’s Cup) geschrieben und recht aktuell sind immer Die Segelnews.

Es geht nicht ums Segeln

Schon lange ist klar, daß es beim Americas Cup im Allgemeinen und bei der aktuellen Ausgabe im Besonderen nicht mehr ums Segeln geht. So verwundert es auch nicht, daß 2 Wochen vor dem Start zu den ersten Rennen erneut Klage eingereicht wurde (America’s Cup: rechtliche Streitereien und schöne Bilder). Verwunderlich ist vielmehr, welche Geschwindigkeiten die Gefährte auch bei noch so geringem Wind erreichen können:


Quelle des Bildes, BMOR: From the back of the boat

push button-sailing

"push button-sailing" soll Russell Coutts die Art des Segelns auf den neuen AmericasCup-Tri- und -Katamaranen genannt haben. Und richtig, es geht bei den Dingern wohl wirklich nicht mehr um klassisches Segeln, aber schließlich geht es bei dieser Ausgabe auch nicht um sportlichen Wettkampf.


Bild: BMW Oracle Racing

SPON hat sich mal wieder mit dem Thema beschäftigt und auch ein kurzes Video vom BMW-Oracle-Tri im Netz: America’s Cup – Wettrüsten im Wind

Americascup downunder

Der Americascup scheint in die nächste Runde zu gehen, da Alinghi die letzte Niederlage akzeptiert zu haben scheint und jetzt die Ostküste Australiens als neuen Austragungsort vorgeschlagen haben soll.

Unterdessen treiben aber auch die beim 33. Cup nicht Beteiligten ihre Anstrengungen zur Etablierung einer eigenen Veranstaltung voran. Als Stationen der Louis Vuitton World Series wurden bisher Nizza, Auckland und La Maddalena festgelegt.

Mit dem Besuch in Auckland kehrt die Veranstaltung auch zurück zu dem Ort, wo ich im Jahre 2000 einen Liveeindruck vom Americascup erhalten hatte.

Angriff auf die Kanne

Verlängerung


Quelle: alinghi.com

Der Streit zwischen Alinghi und Oracle geht in die Verlängerung, denn Alinghi verliert vor dem New York Supreme Court die aktuelle Klage. Demnach darf das Rennen nicht im arabischen Emirat Ras al-Khaimah ausgetragen werden, zumindest nicht im Winterhalbjahr.

America"s Cup nicht in den Emiraten Alinghi verliert | Alinghi unterliegt im Streit um Austragungsort