Kleine Antillen, Große Antillen

Während sich die Segler beim Volvooceanrace derzeit auf den Start zur 7. Etappe von Bosten über den Atlantik bis nach Galway vorbereiten, fahren die Segler des Portimao Global Ocean Race entlang der Kleinen und Großen Antillen und nähern sich langsam ihrem Zielhafen Charleston.


Screenshot des Racetracker

Der Begriff langsam ist allerdings auch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, denn mit Geschwindigkeiten jenseits der 10-Knoten-Marke sind die Segler mit einer für Schiffe dieser Größe hohen Geschwindigkeit unterwegs. Klassische Fahrtensegler müssen sich da eher mit Werten um 6 bis 8 Knoten zufriedenstellen.

Das Rennen führen übrigens mal wieder Boris Herrmann und Felix Oehme auf ihrer Beluga Racer an. Der Vorsprung auf den Zweiten ist inzwischen auch auf ca. 160 Seemeilen angewachsen und es macht nicht den Eindruck, als ob sich daran noch etwas gravierend ändern wird.

Wellington

Boris Herrmann und Felix Oehme mit ihrer Yacht Beluga Racer haben gestern Wellington erreicht und damit mit einem knappen Vorsprung auf die Verfolger der chilenischen Desafio Cabo de Hornos die nächste Etappe beim Portimão Global Ocean Race gewonnen.

Vorausgegangen war dem eine spannende Verfolgungsfahrt über 32 Tage, bei der sich die beiden Teams nur wenig auf dem Weg von Kapstadt bis nach Neuseeland geschenkt haben. Die anderen Teams konnten den beiden jedoch nicht folgen und fielen ca. 1.000 Seemeilen zurück.

Die Entwicklung des Rennens ist sehr gut über den Racetracker zu verfolgen, bei dem in einzelnen Schritten die Positionen und Kurse der Yachten zurück geschaltet werden können: Racetracker

Mehr zum Zieleinlauf unter folgendem Link:Beluga Racer and Desafio Cabo de Hornos reach Wellington

VOR – Portimao Global Ocean Race – Vendee Globe

Seit dem Wochenende befinden sich wieder alle Segler bei den 3 Um-die-Welt-Regatten auf dem Wasser. Am Sonnabend startete die 3. Etappe des Volvooceanrace von Cochin nach Singapore und am Sonntag mit einem Tag Verspätung die 2. Etappe des Portimao Global Ocean Race von Kapstadt nach Wellington. Zum verspäteten Start kam es, da für den Sonnabend sehr starker Wind vorhergesagt war und der Start dahe rum einen Tag verschoben wurde.

Die Segler des Portimao Global Ocean Race folgen den Spuren des Vendee Globe durch das Südpolarmeer, allerdings werden sie sich auf Grund der zu passierenden virtuellen Marken etwas weiter nördlich bewegen. Die Taktik ist aber auch hier, den starken Wind zu suchen und das richtige Gleichgewicht aus maximaler Segelfläche und daraus resultierender Geschwindigkeit und den Grenzen des Schiffs zu finden.

Das diese Grenze leicht überschritten werden kann, zeigen die Ereignisse der letzten Tage beim Vendee Globe, wo sich die Anzahl der Teilnehmer auf Grund von Schäden wie verlorenem Rig oder beschädigtem Ruder, massiv verringert hat.

Beim VOR sieht die Taktik dagegen etwas anders aus. Die Fahrt entlang des südlichen Rands des Golf von Bengalen erfolgt auch entlang einer Zone mit wenig Wind, die sich vor der indonesischen Insel Sumatra erstreckt und deren Ausläufer auch den direkten Weg der Segler beeinflußt.

Die Schiffe versuchen dabei den kürzest möglichen Weg zu segeln, aber trotzdem noch brauchbaren Wind in den Segeln zu haben.

Das besondere an der aktuellen Rennsituation ist, daß Telefonica Blue einsam einen direkt östlichen Kurs steuert, während der Rest der Flotte bis zu 100 Meilen weiter im Norden ist. Rein statistisch führt Telefonica Blue damit derzeit das Feld an, es besteht aber die Gefahr, daß sie in der Flaute hängen bleiben und die weiter im Norden fahrenden Yachten vorbei ziehen lassen müssen.

Portimao Global Ocean Race

Um-die-Welt-Regatten sind inzwischen meist eine kostspielige Sache, die Kosten für die Kampagnen beim Volvooceanrace und auch beim Vendee Globe gehen gerne in den Millionenbereich, beim VOR sogar in den zweistelligen.

Daß es auch günstiger gehen kann, dachten Josh Hall und Brian Hancock und so setzten sie sich 2005 zusammen und erdachten das Portimao Global Ocean Race. Gesegelt wird hier auf Yachten der Class 40 (Class40 association / Class 40 Racing), die allein schon wegen ihrer geringeren Größe günstiger als die VOR 70 oder Open 60 sind. Weitere Kosteneinsparungen wurden erreicht, indem die Konstruktion einfacher gehalten wurde, ein Schwenkkiel ist beispielsweise nicht erlaubt. Serienschiffe kosten ab ca. 150.000 EURO und Einzelbauten in etwa das doppelte.

Die Klasse hat inzwischen eine relativ große Verbreitung (vor allem in Frankreich) gefunden, zum Portimao Global haben sich aber nur 6 Yachten eingefunden, die als 2 Einhand- und 4 Zweihandcrews am 12.10. starteten (einen Tag nach dem Start zur ersten Etappe des VOR).

Als erstes Schiff kam das deutsche Schiff Beluga Racer in Kapstadt an, daß vom auch im 505 erfolgreichen Boris Hermann und Felix Oehme gesegelt wurde (Interview im Spiegel: Man liegt immer auf der Lauer). Hauptsponsor der beiden ist die Bremer Schwerlastreederei Beluga Shipping GmbH, die auf ihren Frachtern mit Skysails-Lenkdrachen experimentiert, um Kraftstoff einzusparen. (Solange die Winde wehen)

Heute kam mit der Roaring Forty allerdings auch schon der erste Einhandsegler nach Südafrika und war damit nur ca. 2 Tage langsamer als Beluga Racer.


Roaring Forty storms into Cape Town – Brian Hancock photo