Showdown an den Azoren?

Bei der Vendee gibt es derzeit einen ständigen Positionswechsel. Die Entscheidung von Louis Burton, einen sehr weit westlichen Kurs einzuschlagen, scheint sich endlich auszuzahlen. Er ging über Nacht in Führung. Aber auch für Boris Herrmann läuft es aktuell gut. Mit über 20 kn ist er im Moment der Schnellste der Führungsgruppe und konnte seinen Rückstand zum Ersten und Zweiten weiter verkürzen. Zu bedenken ist vor allem, dass er im Ziel auf Grund seiner Teilnahme an der Rettungsaktion noch eine Zeitgutschrift erhalten wird. Die nächsten Tage bleiben also spannend!

Vendee 21.01.21

Das Spitzenfeld bei der Vendee nähert sich der Breite der Kanaren und noch immer scheint vieles offen. Für viele Deutsche ist sicher die aktuell 2. Position von Boris Herrmann das wichtigste.

Aber man sollte auch die Leistung der anderen Segler nicht überbewerten. Gerade für Sportler wie Yannick Bestaven, der bei Kap Horn fast wie ein uneinholbarer Sieger aussah, ist die psychologische Belastung hoch.

Spannend wird sein, ob es Charlie Dalin gelingt, seine Position zu verteidigen und als erster ins Ziel zu kommen. Er war bereits in der 1. Rennhälfte auf Platz 1.

Vendee Globe 15.01.2021

Seit meinem letzten Update zur Vendee ist so viel passiert, dass ich nicht mehr hinterher gekommen bin. Deshalb nur eine kurze Zusammenfassung zum Stand von heute.

Am 02.01. passierte Yannick Bestaven als Erster Kap Horn mit einem Vorsprung von ca. 160 Seemeilen auf Charlie Dalin. Zu dem Zeitpunkt waren Boris Herrmann und Isabelle Joschke im Verfolgerfeld auf den Plätzen 7 und 8.

Isabelle Joschke schied kurz nach Kap Horn wegen Problemen an der Kielhydraulik aus und sucht einen sicheren Weg zu einem Hafen:

Vendée Globe: das bittere Aus für Isabelle Joschke

Boris Herrman konnte den Riß in seinem Großsegel reparieren und nun wieder angreifen:

Boris Herrmann: „Es kann noch alles passieren“

Yannick Bestaven rundete zwar mit gutem Vorsprung Kap Horn, danach zog sich aber alles zusammen und nun gibt es vor der brasilianischen Küste eine Spitzengruppe von 6 Schiffen, die noch relativ eng zusammen ist, gefolgt von einer 3er-Gruppe.

Yannick Bestaven ist dabei auf den 6. Platz abgerutscht:

Es ist also noch alles möglich. Die Doldrums (Innertropische Konvergenzzone) sind erreicht und es ist eigentlich wieder alles offen.

Segelgeschichten aus Rio 2016

Eine Geschichte über tote Kühe, Stiefel und anderen Müll im Wasser vor Rio:

Rio 2016: Entscheidet Plastikmüll das olympische Segelfinale? – WELT

https://amp.welt.de/amp/article/157555957

Volvo | Volvo Ocean Race 2014/2015: Sieben Teams stellen sich dem größten Segel-Abenteuer | Pressemitteilung | Pressemeldung

Das Volvo Ocean Race 2014/2015 steht vor der Tür und so wird es wohl lwieder stärker in den Focus der Medien rücken. Heute gibt es z.B. eine offizielle Pressemitteilung:

Volvo | Volvo Ocean Race 2014/2015: Sieben Teams stellen sich dem größten Segel-Abenteuer | Pressemitteilung | Pressemeldung
http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&comefrom=scan&r=575005

Volvo Ocean Race 2014/15

Die Internationalen Bodensee Nachrichten berichten mit einem informativen Artikel über den Bau der neuen Volvo Ocean Race Schiffe und die Herausforderungen aber auch Chancen einer Einheitsbootsklasse, die zudem auch bei den Segeln keinen Spielraum hat. Es erinnert etwas an die Situation bei den Lasern. Identische Boote reduzieren den Wettkampf auf die Fertigkeiten der Crews, der Faktor Material wird mehr oder weniger ausgeschlossen. Spannend bleibt aber die Frage, wie die zukünftigen Teams das aufnehmen, ob es größere Teilnehmerfelder gibt und wie sich die eigentliche Regatta nachher entwickelt.

Regatta / Segeln / Einheitsklasse Volvo Ocean 65 in Bau / IBN

Die Yacht hat am 06.12.2012 auch über dieses Thema geschrieben und eine Reihe von Bildern veröffentlicht:

Entstehung einer Einheitsklasse

VO651

vo652

SAP 505 Worlds La Rochelle


© Favreau SAP

Gerade rechtzeitig vor Olympia ging die 2012er 505-WM in La Rochelle zu Ende. Gewonnen haben das dänisch-deutsche Team SAUGMANN/GöRGE vor den dänischen Brüdern BOJSEN-MOLLER. Mein besonderer Glückwunsch gilt aber dem Team Kellner/Schöler, die insgesamt dritte wurden. Leider hat es für den Sieg durch eine schlechte Platzierung im letzten Rennen nicht mehr gereicht, aber trotzdem Glückwunsch, Glückwunsch.

Eine Zusammenfassung des Regattageschehens findet sich bei den segelreportern: SAP 505er WM La Rochelle: Martin Görge Weltmeister mit Däne Saugmann – Titelgewinn im letzten Rennen und natürlich auf der offiziellen Seite: SAP 505 World Chambionship 2012

Volvo Ocean Race 2011/2012

Beim aktuellen Volvo Ocean Race kommt bei mir nicht die Beigeisterung auf, die die letzten Rennen auslöste. Die frühen Schadensfälle und die Tatsache, daß Schiffe einfach auf Frachter geladen werden, die eigenartige Route, die In-Port-Races und jetzt auch noch die Stealth-Zone … alles Punkte, die mich einfach davon abhalten, Begeisterung zu entwickeln. Das VOR (früher Whitbread Round the World) hatte seinen Reize u.a. dadurch, daß es ewig durch die 40er, 50er Breitengrade ging, daß die Etappen lang waren und Schiffe einfach raus waren, wenn es einen heftigen Schaden gab (und daher vielleicht auch nicht so an die Grenzen des Materials gegangen wurde).

Aber das, was wir zur Zeit sehen, ist zu sehr der Kompromiss an die Geldgeber (wenn schon ein Schiff von uns mitfährt, möchten wir auch Zielhafen sein …).

In der Welt-online-Ausgabe gab es zwei gegensätzliche Artikel, die die Problematik etwas beleuchten, aus einem zitiere ich ein kleines Stück:

>>Liebe Veranstalter, besinnt euch wieder auf eure Stärken, bevor vom Ocean Race nur noch ein Abklatsch bleibt! Ihr habt noch sechs Teilnehmer, so wenige wie nie zuvor. Darunter zwei, die sich vom spanischen Steuersparmodell der Veranstalter haben locken lassen. Natürlich hilft die Weltwirtschaftskrise auch dem Ocean Race nicht auf der Suche nach einer starken Teilnehmerflotte. Faule Kompromisse tun es aber auch nicht. So geht das schöne Rennen unter.<<

Diese Regatta ist spannend / Diese Regatta läuft falsch

Es gibt auch andere Langstreckenveranstaltungen, bei denen sich Formate geändert haben, es zur Zeit aber scheint, als wären die Organisatoren wieder auf dem richtigen (oder zumindest besseren) Weg. Dem VOR wünsche ich, daß der Sport wieder mehr im Vordergrund stehen wird und dadurch die Sponsoren einzelner Teams vielleicht auch eher zu bewegen sind, so viel Geld für die schönste Nebensache der Welt auszugeben.

Drama als integraler Teil des (Segel)Sports

Eine interessante Aussage von >Knut Frostad, der CEO des Volvo Ocean Race, vor wenigen Tagen an einem internationalen Jachtforum. Ein Rennen, bei dem nichts passiere, lasse sich nur schwer verkaufen. «Drama ist ein integraler Teil des Sports, es lässt sich verkaufen und öffnet die Tore zu den Medien.»<

gefunden in:
Wie vom Meer verschluckt (Sport, Aktuell, NZZ Online)

Herausforderung in Logistik

Da waren es nur noch 3 …

Vor zwei Tagen hat PUMA Ocean Racing auf dem Südatlantik seinen Mast verloren und das Feld beim Volvo Ocean Race auf nur noch 3 Yachten reduziert. Um wieder am Rennen teilnehmen zu können, steht dem Team eine größere logistische Herausforderung bevor. Teil eins wurde schon mal gemeistert, es wurde ein Frachter gefunden, von dem einige Liter Diesel gebunkert werden konnten.

Die nächsten Aufgaben sind aber wohl noch etwas schwieriger: Von Kapstadt aus ist ein Frachter unterwegs, der bei Tristan da Cunha (http://de.wikipedia.org/wiki/Tristan_da_Cunha) PUMA an Deck nehmen und weiter nach Kapstadt bringen soll. Der Hafen kann dabei wohl nicht genutzt werden, da er zu flach ist. Die Aufnahme wird also auf offener See erfolgen müssen. Bei ungünstigen Wetterbedinungen kann das gerne auch mal länger dauern …

Parallel dazu muss noch der Ersatzmast aus den USA nach Südafrika verschifft (in diesem Fall müsste es vielleicht verflogen heißen) werden und vor allem muss die Ursache für das Versagen des Mastes gefunden werden. Wenn es ein strukturelles oder konstruktives Problem des Mastes ist, steht PUMA vor einer größeren Herausforderung.

Für mich wäre eine generelle Ursachensuche für das Ausscheiden von bisher 50% des Feldes interessant. Ist es wirklich eine unglückliche Aneinanderreihung von Zufällen oder steckt mehr dahinter, sind die Grenzen der Materialbelastbarkeit so weit erreicht, dass kleinste Fehler große Ursachen haben.

Bei all der Euphorie die durch das Segeln mit hohen Geschwindigkeiten entsteht, bleibt auch die Frage, ob es mit einer etwas größeren Sicherheit nicht auch noch überaus spannend wäre. Die seglerische und auch körperliche Leistung der Segler tritt bei technischen Fehlern immer in den Hintergrund.

Neben den Informationen von der volvooceanrace.com-Seite war auch der Bericht bei den Segelreportern sehr gut geschrieben:

Volvo Ocean Race: Die Logistik. Wie Puma ohne Rigg nach Kapstadt kommt Diesel statt Truthahn
http://segelreporter.com/blog/2011/11/23/volvo-ocean-race-die-logistik-wie-puma-ohne-rigg-nach-kapstadt-kommt/

Zur Mastproblematik gab es bei den SR auch noch einen Bericht zu einem Telefoninterview mit dem Konstrukteur des Mastes von Abu Dhabi Racing:

Volvo Ocean Race: Abu Dhabi Strukturspezialist Thomas Hahn nennt die Gründe für den Mastbruch „Verkettung unglücklicher Umstände“
http://segelreporter.com/blog/2011/11/21/volvo-ocean-race-abu-dhabi-strukturspezialist-thomas-hahn-nennt-die-gruende-fuer-den-mastbruch/