Ende

Mit Norbert Sedlacek hat heute auch der letzte der noch verbliebenen Segler des Vendee Globe den Hafen von Le Sables erreicht und damit das Rennen beendet. Er benötigte für die Strecke 126 Tage, was für ihn aber wohl wichtiger war: er hat die Welt noch einmal umrundet. Denn noch viel mehr als bei den anderen Teilnehmern, scheint es bei Sedlacek nicht um das Gewinnen, sondern um das dabei sein zu gehen und die mit einer Non-Stop-Umrundung der Erde einhergehenden Erlebnisse.

In einem längeren Artikel wird sein Weg bis ins Ziel noch einmal beschrieben: Sedlacek: The Terminator, closes the Vendee Globe

Favoritensterben

Diese Vendee Globe wird wohl als die mit den meisten Ausfällen noch lange im Gedächtnis bleiben. Mit Marc Guillemot meldet ein weiterer Segler Probleme mit dem Kiel.

Als Ursache wird eine Kollision mit einem Sea Mammal (irgendein Meeressäuger) am 11. Dezember des letzten Jahres im Bereich der Kerguelen vermutet. Der Kiel hat sich gelockert und ist in der Kielbox nach unten gerutscht, konnte durch Guillemot aber voerst gesichert werden.

Für ihn besonders ärgerlich, da er in den letzten Tagen Samantha Davies überholen konnte und seinen bisher nur virtuellen 3. Platz in einen reellen umwandelte. Virtuell lag er auf dem dritten Platz, da ihm für die Zeit, die er in der Nähe des verletzten Yann Eliès blieb, als sich dieser südlich von Australien das Bein brach, 72 Stunden Bonus angerechnet wurden, während Davies 11 erhielt.

Safran has keel problem

Safran in besseren Tagen:

© Jean-Marie Liot / DPPI / Vendée Globe

Update: Marc Guillemot wird auf Safran weiter segeln. Die Entscheidung wird wohl gefallen sein, da es sowieso der aus Wettersicht günstigste Kurs ist, den er er jetzt steuern muß. Wenn es gut läuft, geht es raumschots heim nach Frankreich.

Safran carries on with no keel

Pazifik ade für die einen, Endspurt für die anderen

Nun sagt auch der letzte der Teilnehmer am Vendee Globe dem Pazifik ade und rundet Kap Horn, um sich auf den langen Weg nach Norden zu machen: Home and the finish is the key now 

Während Armel Le Cléac’h seinen zweiten Platz wohl sicher nach Hause fahren wird, spitzt sich derzeit der Zweikampf zwischen Samantha Davies und Marc Guillemot um Platz 3 weiter zu. Samantha Davies hat derzeit einen Vorsprung von ca. 180 Seemeilen und auch den kürzeren Weg vor sich.

Guillemot befindet sich aber wesentlich weiter westlich und fährt dadurch in einem anderen Windsystem. Wenn es für ihn gut läuft, kann er den Vorsprung von Samantha Davies durch besseren Wind in den nächsten Tagen aber wieder reduzieren und sie vielleicht sogar überholen.

Aus für Roland Jourdain

Für Roland Jourdain ist die Vendee Globe jetzt doch schon auf den Azoren zu Ende. Nach dem Verlust der Kielbombe vor ein Paar Tagen, segelte er sein Schiff "Veolia Environnement" bisher wie einen Jollenkreuzer. Und dies bei starkem Wind und bis zu 8 Meter hohen Wellen. Was er gebraucht hätte, wäre leichter Wind, der ihn zurück nach Frankreich bringt. Die Vorhersage spricht aber von 50 Knoten Wind und bis zu 10 Meter hohen Wellen.

The end for Roland Jourdain, I won’t push my luck

Damit sind jetzt nur noch 11 von ursprünglich 30 gestarteten Seglern dabei.

It's over

… für Michel Desjoyeaux zumindest, der Gestern in Les Sables d’Olonne einlief und damit das Vendee Globe für sich entschied. Für ihn war es der zweite Sieg (Historic second Vendee Globe victory for Desjoyeaux)beim Vendee Globe und er benötigt für die Strecke von gut 28.000 Seemeilen nur 84 Tage, Jule Verne wäre neidisch. The words of the winner.

Am Beispiel von Desjoyeaux ist auch zu sehen, daß eine frühe Führung bei einem derartig langen Rennen kein Garant für einen Sieg ist (bzw. großer Rückstand diese nicht verhindert). Auf Grund von Problemen in der Stratphase gehörte er zu den Seglern, die noch einmal in den Starthafen zurück segelten und erst verspätet in das eigentliche Rennen starten konnten.

Der Vorsprung des Ersten auf Desjoyeaux betrug damals aber auch "nur" 670 Seemeilen und einige der Favoriten, die vor Desjoyeaux lagen, mußten im weiteren Verlauf die Segel streichen. Wie das Vendee Globe aus Sicht von Desjoyeauxwird abgelaufen ist, wird hier noch einmal zusammengefasst: Desjoyeaux’s extraordinary voyage

Für die Verbliebenen geht das Rennen aber noch einige Zeit weiter. Der Kampf um Platz Zwei zwischen Roland Jourdain und Armel Le Cléch spitzt sich zu. Ihr Abstand beträgt nur noch gut 200 Seemeilen und durch den Verlust der Kielbombe ist Jourdains Schiff sehr geschwächt und dementsprechend langsam, ein Zwischenstop auf den Azoren ist angepeilt.

Auch zwischen Samantha Davies und Marc Guillemont ist im Kampf um Platz Vier noch nicht alles entschieden. Sie sind auch nur durch eine Strecke von ca. 100 Seemeilen getrennt, bei einer Strecke bis zum Ziel von ca. 2.000 Seemeilen. Allerdings hatte Guillemont in den letzten Tagen leicht verloren und Samantha Davies ihre Platzierung gesichert.

Und für die beiden letzten wird es noch eine wesentlich längere Reise. Dinelli und Sedlacek sind jetzt im Bereich von Kap Horn und vor ihnen liegen noch ca. 6.000 Seemeilen. Allerdings liegt Sedlacek inzwischen einsam am Ende des Feldes mit fast 300 Seemeilen Rückstand und er kämpft weiter mit seinem sich auflösenden Schiff.

Glück gehabt

Roland Jourdain ist beim Vendee Globe mit Glück einer Kenterung entgangen. Der aktuell Zweite ist trotz des Verlusts seiner Kielbombe nicht gekentert und überlegt nun, nachdem er seine Segelfläche reduziert hat, zu den Azoren oder doch weiter ins Ziel zu segeln. Warum das Schiff nicht gekentert ist, ist etwas unklar, könnte aber zumindest damit zusammen hängen, daß die Open 60s recht breit sind und dadurch über eine gewisse Formstabilität verfügen.

Bilou, I can’t explain why I didn’t capsize, The Jackal is in waiting

Unterdessen hat Michel Desjoyeaux auf Foncia nur noch gut 800 Seemeilen vor sich. Damit ist der Abstand zum Zweiten größer als der zum Ziel. Seinem Sieg beim Vendee Globe steht also nicht mehr entgegen, außer ….

Nr. 10

Mit Rich Wilson hat heute auch der 10. der noch verbliebenen Teilnehmer am Vendee Globe Kap Horn umrundet. Das besondere an Rich Wilson ist wohl sein Alter. Mit 58 Jahren ist er der älteste Teilnehmer. Sein Rückstand auf den Ersten beträgt inzwischen fast 5.200 Seemeilen, sein Vorsprung auf die beiden letzten Yachten aber immerhin auch 1.800 bis 1.900 Seemeilen.

An der Spitze bahnt sich Michel Desjoyeaux inzwischen weiter unbeirrt seinen Weg durch den Atlantik. Nachdem er im Bereich der Doldrums etwas von seinem Vorsprung auf den zweiten Roland Jourdain verloren hatte, führt er inzwischen wieder mit mehr als 500 Seemeilen und befindet sich auf Höhe der Kanaren.

Wenn nichts gravierendes dazwischen kommt, sollte er dieses Vendee Globe als erster beenden können. Seine Distanz bis zum Ziel beträgt nicht einmal mehr 1.800 Seemeilen. Eventuell wird er sogar eher im Zielhafen Les Sables des O’lonne sein als die beiden letzten Segler das Kap Horn erreichen.

Yes He Is, Rich Wilson at Cape Horn