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…. Seglern haben beim Vendee Globe inzwischen Kap Horn umrundet, der 9. war der Brite Steve White. Auf der pazifischen Seite verblieben sind Rich Wilson, Raphaël Dinelli und Norbert Sedlacek. Während Rich Wilson noch ungefähr 1.500 Seemeilen bis zum Kap hat, sind es bei den anderen beiden noch ca. 3.200 Seemeilen.

Interessant sind auch diese Zahlen insbesondere im Vergleich zu den Führenden. Sedlaceks Rückstand auf Michel Desjoyeaux an der Spitze des Feldes beträgt ca. 6.900 Seemeilen während Desjoyeaux seinerseits aber nur noch ca. 3.300 Meilen vom Ziel entfernt ist.

Steve White a Cape Horner

Kap Horn – die Vierte

Mit Samantha Davies rundet heute die 4. der Gesamtwertung und die erste Frau des Vendee Globe die berüchtigten Felsen von Kap Horn. Sie profitiert dabei etwas von den Ausfällen anderer Skipper vor ihr, was ihre Leistung aber nicht einschränken soll.

Problem bei den für die Vendee Globe gesegelten IMOCA Open 60 ist nämlich, daß sie so überpowert sind, daß neben einer großen mentalen auch extreme physische Stärke notwendig ist, um diese Yachten dauerhaft schnell zu segeln. Und so verwundert es nicht, daß neben Samantha Davies mit Dee Caffari nur noch eine weitere Frau am Start unter den 30 Männern standen.

Dee Caffari befindet sich zur Zeit auf dem 8. Platz ca. 1.300 Seemeilen hinter Samantha Davis aber noch mehr als 3.500 Seemeilen vor dem letzten des Feldes.

Sam at the Horn

Mast ab

Nach der Rettung von Le Cam scheint nun das Rennen auch für Riou endgültig vorbei zu sein. Auf Grund der Beschädigung seines Rigs bei der Rettungsaktion, die ihm zu dem Zeitpunkt schon fast den Mast gekostet hat, konnte die Reparatur des Auslegers nur notdürftig erfolgen und so fiel der Mast ca. 55 Seemeilen vor dem angepeilten chilenischen Hafen Port Williams, von wo ein Schiff zur Rettung auslief und die beiden abschleppte.Das würde bedeuten, daß nur noch 12 der insgesamt 30 gestarteten Segler weiter dabei sind.

PRB dismasts Riou and Le Cam safe

An der Spitze geht der Zweilampf inzwischen weiter, während Desjoyeaux einen Kurs weiter auf dem Meer steuerte, versuchte Jourdain ihm mit einer etwas direkteren Route entlang der Küste Meilen abzunehmen. Inzwischen steuert aber auch er wieder weiter aufs Meer hinaus, um dem abnehmenden Wind zu entgehen.

Gekentert und abgeborgen


© MARINE CHILIENNE / Vendée Globe

Die Kenterung von Jean Le Cam hat zum Glück ein gutes Ende genommen. Heute morgen konnte er seiner Basiscrew per Telefon mitteilen, daß er massive Probleme mit seinem Schiff hat, ehe der Kontakt zu ihm abbrach. Die Rettung konnte dadurch direkt eingeleitet werden.

Die Kenterung der Yacht erfolgte ca. 200 Seemeilen vor Kap Horn bei normalen Wetterbedingungen. Ursache scheint der Aufnahme zu Folge der Verlust der Kielbombe gewesen zu sein.

Zur Rettung wurde zum einen ein kleiner Öltanker, der sich in diesem Seegebiet befand, gerufen. Zum anderen wurden auch zwei andere Teilnehmer am Vendee Globe umgeleitet. Leider konnte der Tanker ins Geschehen nicht eingreifen, da auf Grund des Seegangs das Beiboot nicht zu Wasser gelassen werden konnte.

Gerettet wurde Le Cam schließlich durch Vincent Riou, der bei der Aktion noch sein eigenes Boot beschädigte. Im Artikel Fourth time lucky, Riou describes Le Cam’s rescue wird kurz beschrieben, wie die Rettung ablief.

Umrundung / Die letzten 14

Die beiden Führenden bei der Vendee Globe haben Kap Horn umrundet und segeln jetzt mit relativ "wenig" Wind nach Norden entlang der argentinischen Küste. Der Abstand zum letzten und Vorletzten beträgt inzwischen um 6.000 Seemeilen oder umgerechnet ca. 2 1/2 Wochen. (Goodbye Pacific, hello Atlantic)

Das Feld hat sich unterdessen weiter verkleinert. Jonny Malbon mit seiner Yacht Artemis mußte das Rennen beenden, da sein Großsegel langsam aber sicher delaminierte, sich also auflöste. Er ist jetzt auf dem Weg zur Südinsel von Neuseeland und ist damit der 16. von insgesamt 30 gestarteten Seglern, der das Rennen vorzeitig abbrechen. (Malbon’s main forces retirement)

Kap Horn

Für die Spitze beim Vendee Globe geht in den nächsten Stunden eine weitere Teiletappe bei der Non-Sop-Umrundung der Welt zu Ende.  Kap Horn wird umrundet und anschließend der Bug der Schiffe nach Norden gerichtet. Mit dem Verlassen des Südpazifiks sollte auch die Zahl der Ausfälle zurück gehen, da dadurch die Roaring Forties und Furios Fifties bald verlassen werden.

Das das Segeln im Südpazifik kein Kinderspiel ist, zeigt zum einen das folgende Bild, bei dem die Yacht Foncia von Michel Desjoyeaux mal wieder zur Badewanne wird, zum anderen aber auch die Tatsache, daß inzwischen nur noch 15 statt der gestarteten 30 Schiffe unterwegs sind.


© Jean-Marie Liot / DPPI / Vendée Globe

Zum Glück ging bisher alles halbwegs glimpflich ab, der größte "Schaden" bei einem der Segler war ein gebrochener Oberschenkel. Wäre dies allerdings an etwas weiter weg von Australien passiert, hätte es ganz schnell sehr ernst werden können.

Jahreswendwetter

Hier noch eine aktuelle Aufnahme vom Südpazifik, bei derartigem Wetter macht Segeln nur noch den wenigsten wirklich Spaß:

© MICHEL DESJOYEAUX / FONCIA / Vendée Globe

Da waren es nur noch 16

Beim Vendee Globe mußten erneut zwei Segler die Segel streichen und das Rennen verlassen. Die Segler Sebastien Josse und Derek Hatfield brechen das Rennen wegen Problemen am Boot ab. Bei Josse sind es Probleme mit dem Ruder, er wird Neuseeland ansteuern, Hatfield hat zwei gebrochene Salinge und steuert Tasmanien an.

Josse, Hatfield on the long road home, air Aviva fly south

Halbzeit

Beim Vendee Globe könnte man von einer Halbzeit des Rennens sprechen, da die Segler in etwa die Hälfte der Strecke absolviert haben. Das Feld hat sich dabei von 30 auf nur noch 18 reduziert.

Eine glückliche Wendung hat der verhehrende Unfall von Yann Elies (Yann Eliès suffers a serious injury – 18.12.08) genommen. Bei einer starken Welle war er so unglücklich wieder auf dem Deck gelandet, daß sein Oberschenkel brach.

Unter normalen Bedingungen hätte dies sein Ende bedeuten können, da er völlig bewegungsunfähig geworden war und Hilfe durch andere Segler bei 8 und mehr Windstärken nicht zu leisten war. Gerettet wurde er jedoch durch die australische Marine, deren Fregatte HMAS Arunta ihn nach Fremantle evakuierte.

An der Spitze geht der Kampf mit ungeminderter Intensität weiter. Die Ersten segeln inzwischen südlich von Neuseeland. Michel Desjoyeaux liegt auf Foncia segelnd weiter vor Roland Jourdain (Veolia Environnement) und Sébastien Josse (BT). Der Vorsprung von Desjoyeaux beträgt weiter um 80 bzw. 160 Seemeilen.

Hammer still down halfway, and Elies arrives in Australia

VOR – Portimao Global Ocean Race – Vendee Globe

Seit dem Wochenende befinden sich wieder alle Segler bei den 3 Um-die-Welt-Regatten auf dem Wasser. Am Sonnabend startete die 3. Etappe des Volvooceanrace von Cochin nach Singapore und am Sonntag mit einem Tag Verspätung die 2. Etappe des Portimao Global Ocean Race von Kapstadt nach Wellington. Zum verspäteten Start kam es, da für den Sonnabend sehr starker Wind vorhergesagt war und der Start dahe rum einen Tag verschoben wurde.

Die Segler des Portimao Global Ocean Race folgen den Spuren des Vendee Globe durch das Südpolarmeer, allerdings werden sie sich auf Grund der zu passierenden virtuellen Marken etwas weiter nördlich bewegen. Die Taktik ist aber auch hier, den starken Wind zu suchen und das richtige Gleichgewicht aus maximaler Segelfläche und daraus resultierender Geschwindigkeit und den Grenzen des Schiffs zu finden.

Das diese Grenze leicht überschritten werden kann, zeigen die Ereignisse der letzten Tage beim Vendee Globe, wo sich die Anzahl der Teilnehmer auf Grund von Schäden wie verlorenem Rig oder beschädigtem Ruder, massiv verringert hat.

Beim VOR sieht die Taktik dagegen etwas anders aus. Die Fahrt entlang des südlichen Rands des Golf von Bengalen erfolgt auch entlang einer Zone mit wenig Wind, die sich vor der indonesischen Insel Sumatra erstreckt und deren Ausläufer auch den direkten Weg der Segler beeinflußt.

Die Schiffe versuchen dabei den kürzest möglichen Weg zu segeln, aber trotzdem noch brauchbaren Wind in den Segeln zu haben.

Das besondere an der aktuellen Rennsituation ist, daß Telefonica Blue einsam einen direkt östlichen Kurs steuert, während der Rest der Flotte bis zu 100 Meilen weiter im Norden ist. Rein statistisch führt Telefonica Blue damit derzeit das Feld an, es besteht aber die Gefahr, daß sie in der Flaute hängen bleiben und die weiter im Norden fahrenden Yachten vorbei ziehen lassen müssen.