Volvo Ocean Race 2011/2012

Beim aktuellen Volvo Ocean Race kommt bei mir nicht die Beigeisterung auf, die die letzten Rennen auslöste. Die frühen Schadensfälle und die Tatsache, daß Schiffe einfach auf Frachter geladen werden, die eigenartige Route, die In-Port-Races und jetzt auch noch die Stealth-Zone … alles Punkte, die mich einfach davon abhalten, Begeisterung zu entwickeln. Das VOR (früher Whitbread Round the World) hatte seinen Reize u.a. dadurch, daß es ewig durch die 40er, 50er Breitengrade ging, daß die Etappen lang waren und Schiffe einfach raus waren, wenn es einen heftigen Schaden gab (und daher vielleicht auch nicht so an die Grenzen des Materials gegangen wurde).

Aber das, was wir zur Zeit sehen, ist zu sehr der Kompromiss an die Geldgeber (wenn schon ein Schiff von uns mitfährt, möchten wir auch Zielhafen sein …).

In der Welt-online-Ausgabe gab es zwei gegensätzliche Artikel, die die Problematik etwas beleuchten, aus einem zitiere ich ein kleines Stück:

>>Liebe Veranstalter, besinnt euch wieder auf eure Stärken, bevor vom Ocean Race nur noch ein Abklatsch bleibt! Ihr habt noch sechs Teilnehmer, so wenige wie nie zuvor. Darunter zwei, die sich vom spanischen Steuersparmodell der Veranstalter haben locken lassen. Natürlich hilft die Weltwirtschaftskrise auch dem Ocean Race nicht auf der Suche nach einer starken Teilnehmerflotte. Faule Kompromisse tun es aber auch nicht. So geht das schöne Rennen unter.<<

Diese Regatta ist spannend / Diese Regatta läuft falsch

Es gibt auch andere Langstreckenveranstaltungen, bei denen sich Formate geändert haben, es zur Zeit aber scheint, als wären die Organisatoren wieder auf dem richtigen (oder zumindest besseren) Weg. Dem VOR wünsche ich, daß der Sport wieder mehr im Vordergrund stehen wird und dadurch die Sponsoren einzelner Teams vielleicht auch eher zu bewegen sind, so viel Geld für die schönste Nebensache der Welt auszugeben.

Drama als integraler Teil des (Segel)Sports

Eine interessante Aussage von >Knut Frostad, der CEO des Volvo Ocean Race, vor wenigen Tagen an einem internationalen Jachtforum. Ein Rennen, bei dem nichts passiere, lasse sich nur schwer verkaufen. «Drama ist ein integraler Teil des Sports, es lässt sich verkaufen und öffnet die Tore zu den Medien.»<

gefunden in:
Wie vom Meer verschluckt (Sport, Aktuell, NZZ Online)

Herausforderung in Logistik

Da waren es nur noch 3 …

Vor zwei Tagen hat PUMA Ocean Racing auf dem Südatlantik seinen Mast verloren und das Feld beim Volvo Ocean Race auf nur noch 3 Yachten reduziert. Um wieder am Rennen teilnehmen zu können, steht dem Team eine größere logistische Herausforderung bevor. Teil eins wurde schon mal gemeistert, es wurde ein Frachter gefunden, von dem einige Liter Diesel gebunkert werden konnten.

Die nächsten Aufgaben sind aber wohl noch etwas schwieriger: Von Kapstadt aus ist ein Frachter unterwegs, der bei Tristan da Cunha (http://de.wikipedia.org/wiki/Tristan_da_Cunha) PUMA an Deck nehmen und weiter nach Kapstadt bringen soll. Der Hafen kann dabei wohl nicht genutzt werden, da er zu flach ist. Die Aufnahme wird also auf offener See erfolgen müssen. Bei ungünstigen Wetterbedinungen kann das gerne auch mal länger dauern …

Parallel dazu muss noch der Ersatzmast aus den USA nach Südafrika verschifft (in diesem Fall müsste es vielleicht verflogen heißen) werden und vor allem muss die Ursache für das Versagen des Mastes gefunden werden. Wenn es ein strukturelles oder konstruktives Problem des Mastes ist, steht PUMA vor einer größeren Herausforderung.

Für mich wäre eine generelle Ursachensuche für das Ausscheiden von bisher 50% des Feldes interessant. Ist es wirklich eine unglückliche Aneinanderreihung von Zufällen oder steckt mehr dahinter, sind die Grenzen der Materialbelastbarkeit so weit erreicht, dass kleinste Fehler große Ursachen haben.

Bei all der Euphorie die durch das Segeln mit hohen Geschwindigkeiten entsteht, bleibt auch die Frage, ob es mit einer etwas größeren Sicherheit nicht auch noch überaus spannend wäre. Die seglerische und auch körperliche Leistung der Segler tritt bei technischen Fehlern immer in den Hintergrund.

Neben den Informationen von der volvooceanrace.com-Seite war auch der Bericht bei den Segelreportern sehr gut geschrieben:

Volvo Ocean Race: Die Logistik. Wie Puma ohne Rigg nach Kapstadt kommt Diesel statt Truthahn
http://segelreporter.com/blog/2011/11/23/volvo-ocean-race-die-logistik-wie-puma-ohne-rigg-nach-kapstadt-kommt/

Zur Mastproblematik gab es bei den SR auch noch einen Bericht zu einem Telefoninterview mit dem Konstrukteur des Mastes von Abu Dhabi Racing:

Volvo Ocean Race: Abu Dhabi Strukturspezialist Thomas Hahn nennt die Gründe für den Mastbruch „Verkettung unglücklicher Umstände“
http://segelreporter.com/blog/2011/11/21/volvo-ocean-race-abu-dhabi-strukturspezialist-thomas-hahn-nennt-die-gruende-fuer-den-mastbruch/

Zwei weniger

Das war wohl nicht der perfekte Start, denn beim VOR sind nur noch 4 Yachten unterwegs. Bei Abu Dhabi Ocean Racing brach der Mast, während bei Team Sanya ein Schaden am Rumpf dazu führte, daß der nächstgelegene Hafen angelaufen wurde. Mal sehen, ob und wann das Feld wieder komplett ist.

Die verbliebenen Teams sind inzwischen in der Nähe der Straße von Gibraltar und werden bald auf den Atlantik kommen.

über
Fleet battered by elements in brutal first 24 hours

Es geht los

Das VOR 2011/2012 ist heute im Mittelmeer gestartet worden. Nur 6 Teams haben die Energie (und vor allem Mittel) aufgebracht für dieses Event. Damit fällt es weit hinter die letzten Rennen zurück, aber nach dem sehr spannenden „Illbruck-Rennen“ und dem Nachfolger von 2005/06 bei dem ABN AMRO ONE glorreich gewann, schien die Luft sowieso etwas raus.

über: Auf dem langen Weg nach Süden

Zu Gast auf „Camper“

Tim Kröger berichtet von einem Testschlag auf dem VO70-Racer „Camper“ auf dem Mittelmeer, beschreibt das Schiff und zieht Parallelen zu den früheren Rennen und Yachten: Arbeiten unter der Dauerdusche

Die Ente zum Volvo Ocean Race

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Die zehn schrägsten IAA-Fundstücke

VOR 2011/12


Ocean Race bekommt Rückenwind

VOR: Ausgabe 2011/12

Bis zum Start des nächsten Volvooceanrace vergehen noch 2 Jahre, aber schon jetzt wurden die neuen Regeln bekanntgegeben, damit sich die Teams entsprechend darauf vorbereiten können. Ziel bei der Neugestaltung der Regeln war es vor allem, die Sicherheit zu erhöhen und die Kosten für eine erfolgreiche Teilnahme zu reduzieren.

Herausgekommen ist dabei ein umfangreiches Regelwerk, daß u.a. die Anzahl der nutzbaren Segel und auch die Crewstärke (normal 11, Frauencrews bis 14) beschränkt. Um die Kosten bei der Entwicklung von Schiffen zu beschränken darf jedes Team darf nur maximal ein neues Boot bauen und Schiffe, die nach dem 15.3.2011 gesegelt wurden, müssen dann auch im Rennen genutzt werden. Gleichzeitig wurde auch das minimale Bootsgewicht erhöht.

Die Kosten für eine erfolgreiche Kampagne sollen so bei ca. 20 Mio. EURO liegen, was insbesondere die Leistungsunterschiede auf Grund extrem hoher Budgets reduzieren soll. Beim letzten VOR hatten einige Teams weit über 30 Mio. EURO zur Verfügung und landeten dementsprechend weit vorne.

Den kompletten Text gibt es hier: 2011-12 RULE BREAKS NEW GROUND

VOR 2011/12

Bis zum Start des nächsten Volvooceanrace ist es noch eine Weile hin, aber so langsam formieren sich die potentiell Interessierten und Desinteressierten. So hat Ericsson Racing, die das letzte Rennen gewonnen hatten, angekündigt, nicht am Start zu sein, während Fiat sich eventuell an einer italienischen Kampagne beteiligen will.

Yachting World: Volvo Ocean Race: Ericsson out and Fiat in