Hamburger Manöver

Hamburger Manöver

Gestoßen bin ich über den Begriff bei einer Diskussion der 505-Segler und da er mir neu war, hieß es zu suchen. Aber schon die ersten Suchergebnisse sind sehr gut brauchbar.

Beim Hamburger Manöver handelt es sich um ein Mann-über-Bord-Manöver (MOB). Der entscheidende Punkt ist, mit back stehender Fock zu wenden und so auf den zu rettenden zuzufahren. Vorteil ist, daß es schnell geht und man das Schiff nicht treiben lassen muß. In alten Leerbüchern wird oft ein Q-Wende-Manöver beschrieben, was deutlich komplizierter auszuführen wäre.

Eine schöne Erklärung findet sich hier: Sicherheit auf See – Sicherheitsmanöver. Zu anderen MOBs sagt wikipedia noch etwas: Mann-über-Bord-Manöver

VOR: Das große Würfeln

Das Volvooceanrace ist in die nächste spannende Phase übergegangen, die Schiffe haben die Doldrums erreicht. Die Doldrums oder in deutsch Kalmen heißen wissenschaftlich Innertropische Konvergenzzone und sind eine Region tiefen Luftdrucks nördlich und südlich des Äquators.

Bei den Seglern der vergangenen Jahrunderte war diese Zone extrem gefürchtet, da sie durch sehr geringen Wind, oft auch Flaute geprägt ist. Die Zeit die ein Schiff für die Passage nutzt, war sehr schwer zu kalkulieren und manchmal wurden die Nahrungsmittel knapp. Zudem herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit bei hohen Temperaturen, was die ganze Situation noch unangenehmer macht.

Das Erreichen der Doldrums ist sehr gut an der Entwicklung der Windgeschwindigkeit in den letzten zwei Tagen zu erkennen:

Das Feld hat sich in dieser Zeit sehr zusammengeschoben und es gab auch diverse Verschiebungen bei den Platzierungen. Schiffe, die vor kurzem noch ganz weit weg waren (Telefonica Black), mischen jetzt wieder vorne mit. Es scheint im Bereich der Kapverdischen Inseln fast zu einem Neustart gekommen zu sein.

Als größter Gewinner steht derzeit Green Dragon da, die die Führung übernommen haben und in den letzten Stunden auch sicher behaupteten. Bei Green Dragon ging die Taktik, möglichst weit nach West zu fahren, bisher auf.

Interessant sind allerdings auch die Kurse von Puma und Ericsson 4, die im Gegensatz zu den anderen Schiffen derzeit einen viel westlicheren Kurs steuern, zudem haben sie mehr Wind und demzufolge auch mehr Speed als der Rest. Scheint fast, als hätten sie ein eigenes Windsystem. (Siehe dazu auch die Datentabellen im Data Center)

Eine Entscheidung ist bisher allerdings noch nicht gefallen, da sich die Grenze der Doldrums entsprechend des Wetterverlaufs ständig ändert. Entscheidend wird sein, wer die Doldrums zuerst verläßt und an der besten Position dafür arbeiten die Besatzungen beständig.